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Martin Schmidt ist Mitgründer des Kryptospezialisten Postera Capital. | © Postera

Kommentar zum Kursanstieg „Sind Kryptowährungen etabliert? Jein!“

Der jüngste Kursanstieg deutet nicht zwangsläufig darauf hin, dass Kryptoassets als Anlageklasse seitens der Anleger voll akzeptiert sind. Jedoch scheint sicher, dass sie vorerst nicht in der Versenkung verschwinden werden. Denn zumindest mittelfristig scheint der Wert des Bitcoins deutlich resilienter zu sein als von vielen gedacht.

Viele der Eigenschaften, die dem Bitcoin seit der Gründung gegeben worden sind, machen ihn zudem zu einer, besonders im Vergleich zu dem von Zentralbanken ausgegebenen Geld, relativ harten Währung. Zentralbankgeld hat seit der Entkopplung von Gold und insbesondere in den Zeiten ultralockerer Geldpolitik seit der vergangenen Weltfinanzkrise viel Wert verloren. Die ausgegebene Geldmenge an Euro oder US-Dollar ist im letzten Jahrzehnt massiv gestiegen.

Die Auswirkungen davon sind vielfältig: steigende Vermögenspreise bis hin zu Blasenbildungen in vielen Anlageklassen, anhaltende Negativzinsen und damit eine schleichende Enteignung von Sparern. Die Verwerfungen, die sich hierdurch ergeben, sind enorm. Kryptowährungen wie Bitcoin bieten hier ein alternatives Konzept: Der im Code festgelegte deflationäre Mechanismus lässt die neu ausgegebene Menge der Bitcoins mit der Zeit gegen 0 tendieren und limitiert sie somit unveränderbar. Das macht den Bitcoin frei von politisch motivierten Steuerungsmaßnahmen.

Ob diese Alternative besser ist? Offen gesagt: Wir wissen es noch nicht. Bitcoin ist ein Experiment, dessen Ausgang nach wie vor ungewiss ist. Wem das zu unsicher ist, sollte sich allerdings vor Augen halten: Auch die aktuelle Zentralbankpolitik des ultralockeren Geldes ist ein Experiment, von dem noch niemand weiß, wie es ausgehen wird. Sich mit Alternativen zu beschäftigen, kann also nicht schaden.

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