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in AnalysenLesedauer: 3 Minuten

Vermögensverwalter Stephan Albrech Kommt am Aktienmarkt der große Favoritenwechsel?

Mitarbeiter in einem Labor
Mitarbeiter in einem Labor: Die Ankündigung, dass bald ein Impfstoff gegen Covid-19 bereit stehen könnte, hat an den Börsen für Turbulenzen gesorgt. | Foto: Unsplash.com
Stephan Albrech
Foto: Albrech & Cie.

Am 9. November geschah etwas, das laut Statistik eigentlich nicht passieren darf: Innerhalb weniger Sekunden schossen die Aktienindizes um mehrere Prozent nach oben. Bei einzelnen Aktien kam es zu einer noch weit dramatischeren Rotation: Raus aus den Profiteuren der Corona-Pandemie sowie der „Wir bleiben zu Hause“-Ökonomie und rein in die Verlierer-Papiere aus Touristik, Luftfahrt, Freizeit, Finanzen und Energie.

So legten etwa ein Touristik-Konzern und eine renommierte Fluglinie aus Deutschland an diesem Tag um je 20 Prozent an Börsenwert zu. Ein weltweit gern genutzter Streamingdienst büßte indes fast zehn Prozent ein; ein beliebter Anbieter von Kochboxen brach sogar um 15 Prozent ein.

Covid-Impfstoff sorgt für viel Fantasie

Finanzforscher bezeichnen eine solch schnelle Umkehr eines Trends als Momentum-Crash. Bei der US-Bank JP Morgan haben Zahlenfreaks errechnet, dass dies auf Basis einzelner Tage der größte Momentum-Crash der Geschichte war. Im Grunde halten diese sogenannten „Quants“ ein solches Ereignis für quasi unmöglich, doch das Ereignis scherte sich offenbar nicht darum.

Hintergrund war eine Meldung der Pharma- bzw. Biotech-Unternehmen Pfizer und Biontech: Der von ihnen entwickelte Covid-19-Impfstoff hat nach ihren Angaben eine Wirksamkeitsrate von über 90 Prozent. In diesem Fall wäre man im Bemühen um ein Ende der Covid-Pandemie einen riesigen Schritt weiter – in der Tat ein historisches Ereignis!

Zykliker ziehen seit drei Monaten stärker an

Für wachsame Anleger stellt sich nun die Frage: Ist dies ein dauerhafter Wechsel der Favoriten an der Börse? Und falls ja, was hätte dies für Konsequenzen für die Geldanlage? Werfen wir dazu einen Blick in die USA. Dort zeigen repräsentative Indexfonds (ETF) der verschiedenen Wirtschaftsbranchen: Die sog. Outperformance der Technologie-Aktien lässt nicht erst seit Anfang November, sondern bereits seit August spürbar nach.

Zwar hat der Tech-ETF seit Jahresanfang mit einem Plus von gut 20 Prozent die Nase weiter ganz klar vorn. Doch seit drei Monaten schneiden zyklische Industrieaktien mit einem Zugewinn von fast zehn Prozent deutlich besser ab. Der Tech-ETF hat seither knapp zwei Prozent verloren.

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