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Schroders-Studie Altersvorsorge vor Luxus

Vater und Sohn
Vater und Sohn: Laut einer Studie bezweifelt jeder zweite Deutsche, dass seine Einkünfte im Ruhestand die Lebenskosten decken können. | Foto: imago images / photothek

Menschen im Ruhestand haben immer weniger Interesse an Luxusgütern. In den vergangenen drei Jahren ist weltweit der Erwerb von Autos oder Urlaubsreisen auf den Prioritätenlisten deutlich nach unten gerutscht. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Global-Investor-Studie aus dem Hause Schroders, für die speziell Menschen befragt wurden, die bereits Geld am Kapitalmarkt angelegt haben oder das beabsichtigen. Demnach räumten 2020 lediglich 7 Prozent der Anleger im Ruhestand Luxusgütern hohe Priorität ein. 2017 waren es noch 24 Prozent.

21 Prozent der Senioren weltweit möchten mit ihrem verfügbaren Einkommen demnach lieber weiter die eigene Altersvorsorge aufstocken – deutlich mehr als vor drei Jahren, als das erst 5 Prozent der Befragten vorhatten. Weitere 26 Prozent würden – abseits der Altersvorsorge – Vermögen durch den Kauf von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen aufstocken.

Speziell in Deutschland sieht die Situation allerdings anders aus. Dort messen nur 17 Prozent der Befragten der eigenen Altersvorsorge höchste Priorität bei. Allerdings wollen hierzulande immerhin 34 Prozent auch abseits der Altersvorsorge Geld am Kapitalmarkt investieren.

Die Sorge, im Alter nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben, ist generell groß – und in Deutschland noch einmal ganz besonders verbreitet. Hierzulande befürchtet laut der Studie mit 46 Prozent rund jeder Zweite, dass seine Alterseinkünfte später nicht auseichen könnten, um die Lebenskosten zu decken. International treibt diese Sorge 41 Prozent der Befragten um.

Die Furcht vor Altersarmut könnte mit den Erwartungen zusammenhängen, wie viel Geld in späteren Jahren benötigt würde, vermutet man bei Schroders. So gehen in Deutschland 70 Prozent der befragten Anleger davon aus, dass sie im Ruhestand gleich viel oder etwas mehr Geld als gegenwärtig ausgeben werden. Weltweit gesehen glauben das nur 58 Prozent.

Durchschnittlich 15,3 Prozent ihres Einkommens legen hiesige Anleger speziell für die Altersvorsorge zur Seite, fanden die Studienautoren weiter heraus. Damit liegen die Deutschen ziemlich genau im internationalen Durchschnitt.

Grafik: Schroders

Es gibt einen großen Motivationshemmer, der Anlegern weltweit das Alterssparen madig macht, ist ein weiteres Ergebnis der Schroders-Studie: Demotivierend wirken demnach die wechselnden gesetzlichen Regeln. Sie  lassen offenbar viele Anleger am Erfolg der Vorsorge zweifeln. Unter den deutschen Befragten gaben das 42 Prozent an – damit liegen die Deutschen auch hier im globalen Durchschnitt.

Ein weiterer Wermutstropfen: Viele Anleger blicken nicht durch den Dschungel der vielen Wahlmöglichkeiten durch, die ihnen für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen. Interessanterweise gaben das vor allem solche Anleger zu Protokoll, die sich selbst als Kapitalmarkt-kundig oder zumindest fortgeschritten einstuften (41 Prozent). Von den nur mittelmäßig oder kaum erfahrenen Anlegern sagten das 35 beziehungsweise 39 Prozent.

An der Schroders-Befragung nahmen mehr als 23.000 Erwachsene aus 32 Ländern teil, die bereits über eine gewisse Kapitalmarkterfahrung verfügten. Entweder sollten sie in den zurückliegenden zehn Jahren Änderungen an ihren Investments vorgenommen haben oder beabsichtigen, in den kommenden zwölf Monaten mindestens 10.000 Euro anzulegen.

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