Konjunktur in den Vereinigten Staaten US-Notenbank Fed tritt in den neutralen Bereich ein

Blick von der Brooklyn Bridge auf den Stadtteil Manhattan: Markus Schomer, Chefvolkswirt des New Yorker Vermögensverwalters Pinebridge Investments, blickt optimistisch auf die Konjunktur in den Vereinigten Staaten. | © Pixabay

Blick von der Brooklyn Bridge auf den Stadtteil Manhattan: Markus Schomer, Chefvolkswirt des New Yorker Vermögensverwalters Pinebridge Investments, blickt optimistisch auf die Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Foto: Pixabay

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Die Frage, die mir derzeit am häufigsten gestellt wird, wenn ich mit Investoren spreche, ist nicht „Wie schnell wird die Wirtschaft in diesem Jahr wachsen?“ sondern „Kommt dieses Jahr eine Rezession?“ Also ja, die Rezession ist momentan ein zentrales Thema. Und der wichtigste Faktor dafür, ob ein Abschwung droht, ist die US-Notenbank Fed und wie sich ihre Geldpolitik in den nächsten Quartalen entwickelt.

In irgendeiner Form wurde jede Rezession in den USA dadurch verursacht, dass die Fed die Zinsen zu stark in die Höhe trieb. Aber „zu hoch“ bedeutet zu jedem gegebenen Zeitpunkt etwas anderes. Zu bestimmen, was zu hoch ist, ist also der knifflige Teil – sowohl für die Fed als auch für Ökonomen wie mich.

9 Zinsschritte bisher – wie viele kommen noch? 

Markus Schomer, Pinebridge Investments

Als die Fed am Mittwoch, den 19. Dezember, ihren letzten Zinsschritt vornahm, gingen die politischen Entscheidungsträger offenbar auf Nummer sicher. Sie erhöhten die Bandbreite für den Leitzins erneut um einen Viertelpunkt auf nunmehr 2,25 bis 2,50 Prozent.

Dies ist die neunte Zinsanhebung seit Beginn des aktuellen Straffungszyklus im Dezember 2015. Entscheidend ist dabei aber auch der Hinweis aus dem Offenmarktausschuss (FOMC), dass sich das Tempo der Zinserhöhungen 2019 verlangsamen wird, so dass die Zahl der in diesem Jahr erwarteten Erhöhungen von bisher drei auf nur noch zwei reduziert wurde. 

Solche Änderungen der Vorgaben der Fed hängen von einem mehr oder minder magischen Wert ab: dem „neutralen Zinssatz.“ Dies ist der Punkt, an dem die Zinssätze das Wachstum weder stimulieren noch hemmen. Das Problem: Das neutrale Zinsniveau wird grundsätzlich erst im Nachhinein deutlich, während „die Geldpolitik eine zukunftsweisende Aufgabe ist“, wie Fed-Chef Jerome Powell kürzlich äußerte.