Rohstoffe

Ob zu Recht oder zu Unrecht: Die Finanzmärkte haben die sinkenden Ölpreise zu Beginn des Jahres hauptsächlich deshalb als ein negatives Zeichen betrachtet, weil sie das Risiko für Zahlungsausfälle des Energiekomplexes in den USA und weltweit erhöhen. Dies wiederum könnte sich auf die Bankbilanzen übertragen. Umgekehrt hat die jüngste Erholung der Preise zu einem großen kollektiven Aufatmen an den Aktien- und Kreditmärkten geführt.

Unser Rohstoffteam präsentiert ein konstruktives Basisszenario, in dem die durch niedrigere Preise ausgelöste höhere Nachfrage und, was noch wichtiger ist, die anhaltende Anpassung des Angebots den Ölpreis wahrscheinlich im Laufe dieses Jahres weiter nach oben auf rund 50 USD treiben werden. Abgesehen davon sind wir uns der Gefahr eines erneuten kurzfristigen Preisrückgangs auf unter 30 USD bewusst.

Zentralbanken

Unsere größten Debatten auf unserem Forum drehten sich um die Frage, ob die Zentralbanken immer noch die Fähigkeit besitzen, die Anlagenpreise und die Wirtschaft zu stimulieren, oder ob ihre Instrumente nunmehr ausgeschöpft sind. Klarzustellen ist, dass kaum jemand an ihrer Entschlossenheit zweifelt, angesichts des anhaltenden Gegenwinds für das Wachstum und die Inflation alles Notwendige zu tun. Allerdings herrscht unter den Marktteilnehmern eine zunehmende Skepsis darüber, ob zusätzliche quantitative Lockerungen (QE) angesichts des niedrigen Niveaus, den die Anleihenrenditen bereits erreicht haben, immer noch wirkungsvoll sind. Insgesamt glauben wir bei Pimco, dass sich die geldpolitische Lockerung, wenn sie auf die richtige Weise betrieben wird, immer noch unterstützend auf die Anlagenpreise, das Wachstum und die Inflation wirken kann, auch wenn sich die Erträge klar verringern.

Negative Zinssätze kommen aus der Mode

Ermutigend ist, dass die Zentralbanken begonnen haben, Zweifel über die Wirksamkeit der negativen Zinssätze zu hegen und jetzt dabei sind, ihr Instrumentarium doch noch anzupassen. Die EZB fügte dem QE-Programm durch zusätzliche Ankäufe von Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors eine größere Kreditlockerungskomponente hinzu und beschloss, den Banken weitere mehrjährige Finanzierungen zu potenziell negativen Zinssätzen zur Verfügung zu stellen, was positive Auswirkungen auf die Bankenrentabilität hat.

Auch die japanische Notenbank sah bei ihrer geldpolitischen Sitzung vom 15. März davon ab, den Zinssatz auf Überschussreserven weiter in den negativen Bereich zu senken, und hielt sich die Möglichkeit für zusätzliche Ankäufe von Vermögenswerten des privaten Sektors, wie börsengehandelte Fonds (ETFs) und japanische Immobilienfonds (J-REITS), zu einem späteren Zeitpunkt offen. Auch US-Notenbank Chefin Janet Yellen sagte in ihrer Pressekonferenz vom 16. März, dass eine Politik der negativen Zinssätze „nichts ist, was wir ernsthaft in Betracht ziehen“.

Fazit

Während China, die Rohstoffe und die Politik der Zentralbanken potenziell beträchtliche Abwärtsrisiken verursachen könnten und in diesem Jahr wahrscheinlich weiter für Volatilität sorgen werden, bleibt unser Basisszenario für den zyklischen Ausblick vorsichtig optimistisch: Es ist wahrscheinlicher, dass es China gelingt, die Schwierigkeiten aufgrund der Kapitalabflüsse ohne eine größere, zerstörerische Abwertung zu bewältigen, als dass es dabei scheitert. Die Ölpreise werden eher steigen als sinken, und die Zentralbanken scheinen gewillt und in der Lage zu sein, die richtigen Instrumente zu finden, um die Anlagenpreise zu stützen und das Wirtschaftswachstum im BBB-Sektor auf Kurs zu halten.