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Konsumrausch bleibt trotz Konjunkturpaket aus

Drei Viertel der Bundesbürger, so die Cominvest, wollen trotz geplanter Entlastungen auf der Steuer- und Abgabenseite ihr Konsumverhalten unverändert lassen. Jeder fünfte Deutsche plant gar, seinen Konsum trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen zu verringern. Lediglich fünf Prozent der Befragten gehen von einem positiven Einfluss des Maßnahmenpakets auf ihre Kaufneigung aus. Gerade bei Geringverdienern verfehle das Konjunkturpaket seine Wirkung, behauptet die Cominvest. So beabsichtigen 42 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 1.000 Euro, den Konsum trotz Konjunkturpaket weiter einzuschränken. Das zusätzliche Geld soll dabei gespart werden. Obwohl die meisten besserverdienenden Umfrageteilnehmer ihren Konsum nicht verringern wollten, bleibt auch bei dieser Gruppe der große Konsumrausch aus. So gaben 87 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mehr als 2.500 Euro an, keine zusätzlichen Ausgaben tätigen zu wollen. Neben allgemeiner Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei, so die Cominvest, vor allem die zunehmende Angst vor Arbeitslosigkeit für die beabsichtigte Konsumzurückhaltung verantwortlich. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosenzahl im Januar um 387.000 auf rund 3,49 Millionen gestiegen. Für die Untersuchung wurden rund 1.000 Bundesbürger durch das Medien- und Sozialforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag der Cominvest befragt. GfK sieht ansteigende Konsumneigung Dass Verbraucher sich durch steigende Arbeitslosenzahlen sowie durch aktuelle Meldungen über Kurzarbeit, Zwangsurlaub und drohende Entlassungen auch persönlich betroffen fühlen, ihre Angst vor Arbeitslosigkeit zu- und ihre Einkommenserwartung abnimmt, das ergab auch die von der GfK gestern veröffentlichte Konsumklimastudie für Januar 2009. „Das Konsumklima setzt seine stabile Entwicklung, wenn auch auf niedrigem Niveau, fort“, besagt die Studie, die auf rund 2.000 Verbraucherinterviews basiert. Diese werden im Auftrag der EU-Kommission monatlich durchgeführt. Im Gegensatz zur Cominvest-Untersuchung stellen die GfK-Experten jedoch gegenwärtig einen deutlichen Anstieg der Anschaffungsneigung in der Bevölkerung fest. Im Januar habe die Konsumneigung sogar den höchsten Stand seit August 2007 erreicht, so die GfK. Als wesentlichen Grund für die gute Kauflaune nennt die GfK den nachlassenden Preisdruck der vergangenen Monate. So meldete das Statistische Bundesamt für Januar einen Anstieg der Verbraucherpreise um lediglich 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dies ist der niedrigste Anstieg seit Februar 2004. Im Vergleich zum Dezember sanken die Verbraucherpreise sogar um 0,5 Prozent. Auch der Rückgang der Rohöl-, und damit auch der Benzin- und Heizölpreise seit September 2008 trug laut GfK wesentlich zur Verbesserung des Konsumklimas bei. Auch die Zukunftsprognose der GfK hört sich wesentlich optimistischer als die der Cominvest-Studie an. So prognostizieren die GfK-Experten eine weiterhin sehr niedrige Inflationsrate, die die Kaufkraft der Verbraucher stützen wird. Zudem erwarten sie, dass die guten Tarifabschlüsse aus dem vergangenen Jahr ihre Wirkung zeigen und die realen Einkommen steigen lassen werden.

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