Claudia Vogl-Mühlhaus alias Elisabeth Florin

Claudia Vogl-Mühlhaus alias Elisabeth Florin

Kopfschmerzen in Südtirol

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Karl Felderer hat auch schon mal besser ausgesehen. Jetzt liegt er mit eingeschlagenem Schädel auf dem Hinterhof des Weinlokals. Und wer übernimmt den Fall? Dieser dicke Kommissar Luciano Pavarotti. Wie der Opernsänger. Ausgerechnet in Meran in Südtirol. Wo doch die Hiesigen sogar nicht mit den Italienern können. Prompt errichten sie vor der Nase des Polizisten eine stattliche Schweigemauer.

Für den wird es nun mühsam herauszufinden, welches seiner vielen Geschäfte dem reichen Schürzenjäger Felderer die tödlichen Kopfschmerzen gebracht hat. Und welche Rolle sein grimmiger, versoffener Vater dabei spielt. Aber zum Glück mischt sich die Urlauberin Lissie von Spiegel in die Ermittlungen ein. Eine gelangweilte, manchmal naseweise Dame, die gerade erst als Pressechefin bei einer deutschen Bank gefeuert wurde.

Ihre Erfinderin, die Autorin Elisabeth Florin, ist seit Jahren PR-Profi in der Finanzbranche und leitete unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit von Scope. Allerdings unter ihrem echten Namen, Claudia Vogl-Mühlhaus. „Commissario Pavarotti trifft keinen Ton“ ist ihr erster Roman, ein Krimi.

Haben Heldin Lissie und Florin vielleicht sogar ein paar Dinge gemeinsam? „Wenig“, sagt sie. „Wir geben vielleicht beide nicht so schnell auf. Aber alle anderen Dinge wie ihren Shopping-Tick oder die Probleme mit ihrem Vater habe ich komplett erfunden.“

Zuerst stand der Täter fest

Die Idee zu ihrem Buch hatte sie vor zehn Jahren im Urlaub in Meran. Ihre Liebe zu dem Urlaubsort hatte sie schon Jahre zuvor entdeckt, als sie für die Ausbildung zur Journalistin dort Station machte. „Als wir dort an der Passer saßen, habe ich einfach mal losfabuliert“, erzählt Florin.

Was zuerst feststand, waren der Mörder und das zentrale Motiv. Alles andere – Figuren, historischer Bezug und Zeitgeist – entstand im Rahmen der Recherche. Doch zunächst lag die Idee jahrelang in der Schublade. Bis Florin das Buch parallel zu ihrem anderen Leben in Angriff nahm, als Ausgleich sozusagen. Bei Dienstreisen abends im Hotel oder auf den häufig langen Bahnfahrten. Wann es eben passte.

Herausgekommen ist eine hübsch verzwickte Geschichte voller Lokalkolorit in der Tradition solch großer Konstrukteure wie Agatha Christie. Zwischendurch äußerst rätselhaft, aber am Ende sauber entschlüsselt. Denn wie bei der Christie ist auch hier der Mörder in der Geschichte präsent, aber nur schwer zu erahnen. „Es hat mich an Krimis immer gestört, wenn der Autor am Ende eine völlig neue Person als Täter eingeführt hat“, meint Florin.

In Südtirol hat es ihre Kleinstadtmoritat auf Platz 1 der Verkaufslisten geschafft. Weitere Werke sollen folgen, denn Elisabeth Florin und Claudia Vogl-Mühlhaus soll es bis auf Weiteres parallel geben. Lissie von Spiegel und Luciano Pavarotti übrigens auch.

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