Stress mit Technik-Werten Flucht aus den Fängen der FANG-Aktien

Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei der Anhörung zum Datenskandal um Cambridge Analytica.  | © Getty Images

Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei der Anhörung zum Datenskandal um Cambridge Analytica. Foto: Getty Images

Georg Oehm ist Gründer von Mellinckrodt & Cie.

I. FANG

Das englische Wort für Vampirzähne ist auch die Kurzbezeichnung der im ersten Halbjahr 2018 beliebtesten US-Aktien.

F(acebook)A(mazon)N(etflix)G(oogle).

Die Kursentwicklung im ersten Halbjahr war phänomenal.

Ein Kursanstieg von 50 Prozent in sechs Monaten – das gibt es nicht alle Tage. Dass die Fang-Aktien über 95 Prozent des gesamten Kursgewinns im S&P 500-Index ausmachten, zählt auch zu den Anomalien des ersten Halbjahres 2018.

II. Jetzt zählen Fundamentals

Die Berichtssaison hat begonnen und plötzlich treten reale Fakten in den Vorder- und Politgeräusche in den Hintergrund. Zu den realen Fakten zählt, dass die Bäume bei Facebook nicht in den Himmel gewachsen sind. Die Regulierung der Social-Media-Plattform scheint sich nach Erwartung des Managements deutlich stärker dämpfend auf das zukünftige Geschäft auszuwirken, als die Investoren dies erwartet hatten.

Die nähere Zukunft wird auch nicht rosiger, wenn man erfährt, dass zum Beispiel britische Parlamentarier fordern, die Kosten der Regulierung der Social Media-Anbieter diesen in Rechnung zu stellen. Als Vorbild nennen die Parlamentarier die Finanzbranche. Das ist sicher nicht gerade der Stoff, aus dem die Träume von Social-Media-Investoren gewebt werden. Tough times ahead.

Die Korrektur der ersten Woche der Sommer-Berichtssaison beschränkt sich nicht auf Facebook allein. Auch der FANG-Wert Netflix sowie die ebenfalls sehr beliebten Aktien von Twitter und Intel bekamen den Unmut der Investoren zu spüren, weil die Kurse den Fundamentaldaten bei weitem zu weit vorausgeeilt waren.

III. Favoritenwechsel

Der starke Fokus der Investoren auf FANG katapultierte diese Aktien nach oben und die meisten anderen ins Abseits. Spannend war und bleibt natürlich die Frage, ob es den Börsen gelingt, den Stab des weiteren Kursanstiegs von den FANG-Aktien an andere Sektoren weiterzugeben, oder ob die FANG-Korrektur direkt in einen Börsencrash mündet.