KPMG-Forderung

Banker sollen neue Anlegeransprache lernen

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Bilanzielles Kapital und aufsichtsrechtliches Kapital von Banken sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Darauf machte jetzt die KPMG aufmerksam. Über ein Pressegespräch mit der Prüf- und Beratungsgesellschaft berichtet die Börsen-Zeitung.

Banken informierten ihre Investoren immer noch regelmäßig über ihre Kapitalausstattung allein mithilfe von Kennzahlen aus den unternehmensinternen Bilanzen, rügt KPMG. Dabei würde die aufsichtsrechtliche Komponente außer Acht gelassen werden: Für Anleger sei jedoch auch die aufsichtsrechtliche Bewertung des Kapitals, das Banken zur Verfügung steht, sehr wichtig. Aufsichtsrechtliche Vorgaben hätten immer mehr Einfluss, auch auf die Summen, die die Institute ihren Anlegern ausschütteten.

Anlegern sei noch nicht unbedingt klar, dass das Kapital, das sie Banken zur Verfügung stellen, von diesen nicht vollständig als Eigenkapital verbucht werden könne. Denn die Sicht der Aufsichtsbehörden auf die Kapitalausstattung der Institute sei eine andere. Das aufsichtsrechtliche Kapital von Banken liegt durch verschärfte Vorgaben nach Basel III mittlerweile schon 11 Prozent niedriger als das bilanzielle Kapital, hat KPMG errechnet.

Für relevante Informationen zur Finanzsituation der Banken auch aus aufsichtsrechtlicher Perspektive sollten die Institute ihren Anlegern auch Zahlen unter anderem zum hartem Kernkapital laut EU-Eigenkapitalrichtlinie, zur Leverage Ratio, zu individuellen Kapitalzuschläge der europäischen Bankenaufsicht und zu Liquiditätsvorgaben mitliefern, fordert die Gesellschaft.

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