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Frauen- und Männeranteile KPMG meldet Schieflage im Asset Management

Frauen im Job
Frauen im Job: In der Vermögensverwaltung noch keine Selbstverständlichkeit. | Foto: Karolina Grabowska / Pexels

Allein der Begriff „Pink Ghettos“ zeigt, dass in der Arbeitskultur irgendwas nicht stimmen kann. Gemeint sind nämlich die Abteilungen Personal und Marketing, in denen besonders häufig Frauen arbeiten. Das heißt, wenn überhaupt Frauen in den Firmen arbeiten.

Jetzt zeigt eine Studie der Wirtschaftsberatung KPMG, der Fondsfrauen und der Uni Mannheim, wie viel in der Vermögensverwaltung (Asset Management) in Sachen Gleichberechtigung noch zu tun ist. Demnach liegt der Frauenanteil in elf befragten Unternehmen insgesamt zwar bei 38 Prozent, was man mit etwas gutem Willen als kleinen Erfolg auslegen kann. In den Geschäftsleitungen sind Frauen allerdings nur zu 13 Prozent vertreten, in den sogenannten Executive Committees zu 17 Prozent. Sie sind also da, viel zu sagen haben sie aber nicht. Immerhin bestehen die Aufsichts- und Verwaltungsräte zu 27 Prozent aus Frauen.

Wobei die Sache schon beim Personalnachschub in Schieflage gerät: Nur 26 Prozent der Bewerbungen kommen von Frauen. „Häufig ziehen Frauen also das Asset Management gar nicht als potenzielles Berufsfeld in Betracht“, kommentiert Maren Schmitz, die das Asset-Management-Beratungsgeschäft von KPMG in Deutschland leitet. Interessant ist aber, dass trotz der niedrigen Bewerbungsquote 42 Prozent der Berufseinsteiger Berufseinsteigerinnen sind.

Eine weitere Zahl lässt erahnen, dass sich auch in den Chefetagen vielleicht bald was ändert. Denn von allen beförderten Personen sind 58 Prozent weiblich. Dazu Maren Schmitz:

„Die Unternehmen bemühen sich also, ihre Branche für Frauen attraktiver zu machen. Gleichzeitig sind weibliche Beschäftigte in vielen Fällen weniger gut vernetzt und damit im Rennen um eine Beförderung weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen.“

Die eingangs erwähnten Pink Ghettos scheinen sich hingegen aufzulösen. Der Frauenanteil in Personalabteilungen sank von 91 Prozent im Jahr 2015 auf nunmehr 81 Prozent. Beim Marketing ging es von 75 auf 57 Prozent hinab. Im Gegenzug stieg die Quote im Vertrieb von 21 auf 25 Prozent und in Portfoliomanagement und Handel von 19 auf 21 Prozent.

In Sachen Familienleben hingegen ist alles irgendwie noch wie gehabt: 83 Prozent der Frauen, die ein Kind bekommen haben, nehmen mehr als sechs Monate Elternzeit. Bei den Neu-Vätern sind es 3 Prozent. Und von allen Mitarbeitenden in Teilzeit sind 76 Prozent Frauen. Wobei es 2017 noch 84 Prozent waren.

Ein Grund für die ungleichen Gewichte könnte sein, dass lediglich 9 Prozent der befragten Unternehmen einer festen Frauenquote für Aufsichts- und Verwaltungsräte unterliegen und 36 Prozent Zielwerte für die oberste Etage veröffentlichen. 81 beziehungsweise 64 Prozent lehnen solche Fixpunkte ab. Und 73 Prozent haben sich auch keine generelle Frauenquote ins Statut geschrieben.

Diverse sogenannte weiche Maßnahmen würden hingegen nicht allzu viel bewirken, wie Schmitz feststellt:

„Weiche Maßnahmen, wie sie viele Unternehmen inzwischen ergriffen haben – etwa die Gründung von Frauennetzwerken oder die Einsetzung von Frauenbeauftragten – zeigen, anders als harte Quotenregelungen, bisher wenig Wirkung. Hier ist noch Luft nach oben.“

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

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