Auf das Thema Krypto-Assets reagieren die meisten unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland bislang vorsichtig abwartend. Erst wenige Häuser allokieren sie aktiv in ihren Kundenportfolios. Die Gründe sind vielfältig: Der Bereich gilt vielen als unsicher, Kryptowerte können stark schwanken, den meisten Häusern fehlt naturgemäß die Erfahrung mit der vergleichsweise jungen Anlageklasse.
Allerdings gibt es durchaus Pioniere, die sich weit in den Bereich vorgewagt haben: Einige unabhängige Vermögensverwaltungen investieren schon seit mehreren Jahren systematisch in Bitcoin und andere digitale Assets und sehen diese als strategischen Baustein ihrer Anlagekonzepte an. Der Vermögensverwalter Dietrich & Richter hat ein hausintern gemanagtes Zertifikat auf Krypto-Werte herausgegeben.
„Digitale Assets sind keine Randerscheinung mehr, sondern ein wachsender Teil globaler Kapitalmärkte“, sagt Thomas Mitroulis vom Vermögensverwalter Axia Asset Management. Passend zu dieser Einschätzung bieten mittlerweile auch immer mehr Anbieter, darunter traditionelle Fondsgesellschaften, Krypto-basierte Produkte an – ebenso wie es klassische Banken zunehmend ins Verwahrstellengeschäft zieht.
Vor allem Bitcoin genutzt
Die Argumente der Krypto-affinen Vermögensverwalter, die sich auf eine Branchen-Umfrage von DAS INVESTMENT gemeldet haben, sind bemerkenswert einheitlich: Die Produktlandschaft sei mittlerweile gereift, der regulatorische Rahmen habe sich mit der europäischen Mica-Verordnung verbessert. Nicht zuletzt investierten auch institutionelle Investoren zunehmend in Krypto-Werte – ein Zeichen für deren gestiegene Akzeptanz am Markt.
Besonders die Ur-Kryptowährung Bitcoin nehmen die Krypto-Vorreiter unter den Vermögensverwaltern als interessanten strategischen Wertspeicher wahr.
Über die Nachfrage durch Kunden berichten die Vermögensspezialisten Unterschiedliches: Während einige Häuser ein wachsendes Interesse am Thema Krypto beobachten, verzeichnen andere nur seltene Nachfragen. Einig sind sich die Experten jedoch darin, dass Kunden mittlerweile mit einem deutlich reflektierten Interesse nachfragen: Es geht nicht um kurzfristige Gewinne, sondern um die langfristige Rolle digitaler Assets in einem diversifizierten Portfolio.
Investments mit börsengehandelten Produkten
Bei der Umsetzung setzen alle Vermögensverwalter, die sich auf unsere Anfrage gemeldet haben, auf regulierte, börsengehandelte Instrumente, vor allem börsengehandelte ETNs. Nur in Ausnahmefällen geht es auch um direkte Investments über digitale Wallets.
Die typische Allokation bewegt sich zwischen 1 und 5 Prozent des liquiden Vermögens, abhängig vom Risikoprofil des jeweiligen Anlegers. Zum Einsatz kommt ganz überwiegend die Ur-Kryptowährung Bitcoin.
Potenzial sehen die Vermögensprofis jedoch auch bei anderen Blockchain-assoziierten Themen, wie tokenisierten Assets als bequem handelbare Vehikel vor allem für illiquide Werte, Stablecoins und dem Bereich Decentralized Finance (Defi), etwa für die Kreditvergabe oder für Allokations- und Absicherungskonzepte.
Hier kommen die Einschätzungen von fünf Krypto-Pionieren unter unabhängigen Vermögensverwaltern >>


