Wer im September 2025 auf den europäischen Krypto-ETP-Markt geschaut hat, sah einen Boom. Mehr als eine Milliarde Euro flossen in einem einzigen Monat in börsengehandelte Produkte auf digitale Vermögenswerte – so viel wie noch nie. Wenige Monate später ist das Bild ein anderes.

Das verwaltete Vermögen in europäischen Krypto-ETPs lag Ende Februar 2026 bei rund 11 Milliarden Euro. Das sind fast 8 Milliarden Euro weniger als auf dem Höhepunkt im Oktober 2025, als der Markt die 19-Milliarden-Schwelle erreichte. Das zeigen Daten aus einem aktuellen Report des Analysehauses Morningstar.

Verwaltetes Vermögen in europäischen Krypto-ETPs
Verwaltetes Vermögen in europäischen Krypto-ETPs | Bildquelle: Morningstar Direct, Stand: 13. März 2026

Bitcoin bleibt der Platzhirsch

Trotz Hunderten von Kryptowährungen auf dem Markt konzentriert sich das Geld der Anleger dabei auf einen einzigen Coin: Bitcoin. Mehr als 60 Prozent aller in europäischen Krypto-ETPs verwalteten Vermögenswerte stecken in Produkten, die ausschließlich auf Bitcoin setzen. Und das, obwohl die Mehrheit der gelisteten Produkte auf alternative Kryptowährungen abzielt.

Tortendiagramm zur Anzahl der ETPs nach Kryptowährung vs. verwaltetes Vermögen nach Kryptowährung
Anzahl der ETPs nach Kryptowährung vs. verwaltetes Vermögen nach Kryptowährung | Bildquelle: Morningstar Direct, Stand: 13. März 2026

Coinshares, 21Shares und Wisdomtree führten Ende Februar 2026 das Ranking der größten Anbieter europäisch domizilierter Krypto-ETPs nach verwaltetem Vermögen an. Coinshares kam dabei auf 3,44 Milliarden Euro, gefolgt von 21Shares mit 2,42 Milliarden Euro und Wisdomtree mit 1,38 Milliarden Euro. Valour verfügt mit 87 Produkten über das größte Angebot von Krypto-ETPs gefolgt von 21Shares mit 57.

Die drei größten Einzelprodukte nach Fondsvolumen waren der Coinshares Bitcoin ETP (ISIN: GB00BLD4ZL17) mit 1,22 Milliarden Euro, der Wisdomtree Physical Bitcoin (ISIN: GB00BJYDH287) mit 1,07 Milliarden Euro sowie der iShares Bitcoin ETP (ISIN: XS2940466316) mit 0,75 Milliarden Euro.

Markt wächst – trotz Kursrückgang

Insgesamt war 2025 das Jahr mit den meisten Neuauflagen: Über 80 Krypto-ETPs gingen neu an den Markt. In den ersten beiden Monaten 2026 kamen sechs weitere hinzu. Auf der anderen Seite wurden 2025 sieben Krypto-ETPs geschlossen, in den ersten zwei Monaten 2026 verabschiedete sich ein ETP vom Markt.

Hohe Renditen, noch höhere Risiken

Bitcoin und Ether lieferten über den Zehnjahreszeitraum bis Ende Februar 2026 beeindruckende Renditen. Doch die Schwankungsbreite war entsprechend extrem: Die annualisierte Volatilität von Bitcoin lag im Betrachtungszeitraum bei rund 75 Prozent, die von Ether sogar bei etwa 136 Prozent – verglichen mit 13 Prozent bei Schwellenländeraktien. Im vergangenen Jahr verloren Bitcoin und Ether (jeweils in Euro) infolge des Kursrückgangs, der im Oktober 2025 einsetzte, rund 30 beziehungsweise 23 Prozent an Wert.

Was Krypto-ETPs kosten

Ein Vorteil börsengehandelter Krypto-Produkte gegenüber dem direkten Kauf von Kryptowährungen liegt in der Kostentransparenz. Wer Bitcoin oder andere digitale Assets über Handelsplattformen kauft, zahlt oft hohe Spreads und Umtauschgebühren – ohne dass diese auf den ersten Blick sichtbar sind. Bei Krypto-ETPs hingegen ist die jährliche Verwaltungsgebühr klar ausgewiesen.

Im Schnitt liegt sie laut Morningstar bei 1,63 Prozent pro Jahr. Dieser Wert ist allerdings durch die vielen komplexen Produkte auf alternative Kryptowährungen nach oben verzerrt. Bitcoin-ETPs sind deutlich günstiger – sie haben sich zu einem weitgehend standardisierten Markt entwickelt, in dem mehrere Anbieter miteinander konkurrieren. Ether-Produkte liegen im Mittelfeld.

Wie viel Krypto ins Portfolio gehört

Anleger, die Krypto-ETPs ins Depot aufnehmen möchte, sollte die Gewichtung bewusst begrenzen. Laut den Analysten von Morningstar reicht schon eine kleine Beimischung aus, um das Risikoprofil eines Portfolios deutlich zu verändern – in beide Richtungen. Das Analysehaus empfiehlt eine maximale Gewichtung von 5 Prozent, kombiniert mit einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.

Der Grund: Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen ließen sich Kryptowährungen den Experten zufolge kaum fundamental bewerten. Es gebe keine Cashflows, die sich diskontieren ließen – der Preis hänge stark von Angebot und Nachfrage sowie von Marktstimmungen ab. Hinzu komme, dass die starken Langzeitrenditen von Bitcoin und Ether in der Vergangenheit nicht garantierten, dass sich dieses Muster wiederhole.