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Warnen statt Werben Vorsicht bei hohen Renditeversprechen

NFT-Galerie auf der Crypto Expo in Thailand
NFT-Galerie auf der Crypto Expo in Thailand: Experten raten Anlegern, Kryptos besser zu verstehen, anstatt den höchsten Renditen hinterherzujagen. | Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Binance-Gründer Changpeng Zhao lieferte auf der Messe Finance Forward kürzlich ein für einen Krypto-Gründer interessantes Statement: Es sei an der Zeit, Anleger besser zu „educaten“. Sie sollten die Projekte hinter den Kryptowerten besser verstehen und nicht immer den höchsten Renditen hinterherjagen. Ausgerechnet einer der Protagonisten des Kryptobooms verlangt ein eher defensives Vorgehen?

Hartmut Giesen, Sutor Bank

Interessant ist dabei, abgesehen von den bemerkenswerten Aufklärungsinhalten, die Changpeng Zhao hier artikuliert, die Rolle der Financial Education. Diese hat sich in den letzten Jahren um 180 Grad gedreht. So versuchten die im vergangenen Jahrzehnt gegründeten Robo-Advisor die Menschen mittels Financial-Education zu animieren, Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Die Idee dahinter: Man müsste den deutschen Aktienmuffeln nur erklären, wie vernünftige, meist passive Geldanlage funktioniert, um sie dazu zu bringen, ihre vielen unverzinsten Milliarden von Spar- und Tagesgeldkonten in die Fondsdepots der Robo-Advisors zu transferieren.

Und so sehr das auch die Standard-Argumentation auf den damaligen Pitchdecks war: In der Realität hat dies nie funktioniert. Die Metamorphose der deutschen Zinsjäger hin zu Kapitalmarkt-Liebhabern haben trotz der jahrelangen Null- und Negativ-Zinsen erst die Neo-Broker mit Konzepten wie Einfachheit, Kostenlosigkeit und Gamifizierung erreicht. Inzwischen sind sie dabei so weit gekommen, dass Jugendliche zum Teil lieber Aktien und Kryptos handeln als Spiele zocken.

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Kryptos wurden neben dem grundsätzlich spielerischen Ansatz auch durch das Narrativ spannend, dass man hier mit wenig Einsatz sehr viel Geld verdienen könne. Beglaubigt wurde diese Erzählung durch die gefühlt vielen Krypto-Millionäre und -Milliardäre, denen man nacheifern könne.

180-Grad-Wende bei Financial Education: defensiv statt offensiv

Doch angesichts volatiler Kryptomärkte und einer Unmenge an mehr oder weniger tragfähigen Konzepten, die ständig neu auf den Markt geworfen werden, hat sich die Aufgabe der Financial Education um 180 Grad gedreht. Sie muss nicht mehr vom Kapital- oder Kryptomarkt überzeugen, sondern die Teilnehmer davor bewahren, die falschen Dinge zu tun und sich um Kopf und Kragen zu spekulieren. Der Aufklärungsarbeit kommt eine neue, defensiv-warnende, statt eine offensiv-werbende Rolle zu.

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