Die schlechten Nachrichten aus der Welt der Kryptowährungen reißen nicht ab. Die Insolvenz der Krypto-Börse FTX ist das aktuell wohl bekannteste, wenngleich wohl nicht das letzte Glied in einer langen Kette von Hiobsbotschaften aus dem Krypto-Markt.

Bereits im Mai 2022 gab es einen Crash des vermeintlichen Stablecoins Luna beziehungsweise UST aus dem Terra-Ökosystem. Und für den Kryptowährungs-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) aus Singapur wurde im Juni die Liquidation angeordnet. Anfang Juli gingen dann die beiden Krypto-Plattformen Celsius Network und Voyager aufgrund ihrer Luna- und UST-Exposition sowie ihrer Verbindung zu 3AC pleite.

Jüngste Opfer der Pleitewelle waren Ende November die Krypto-Börse Bitfront und der Krypto-Verleiher Blockfi. Im weltweiten Krypto-Markt sind 2022 ungefähr zwei Billionen US-Dollar verlorengegangen. Das Vertrauen in Kryptowährungen ist erschüttert.

Kryptowährungen – mehr Regulierung gefordert

Vor diesem Hintergrund werden die Rufe nach einer wirkungsvollen Regulierung lauter. So erklärte etwa EZB-Präsidentin Christine Lagarde Ende November vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments, es sei eine absolut Notwendigkeit, die Kryptowährungen in der EU zu regulieren.

 

Derzeit ist bereits „Markets in Crypto Assets“ (Mica), ein Verordnungsentwurf der EU-Kommission, auf dem Weg durch das Europaparlament. Vor dem Ausschuss skizzierte Lagarde nun bereits die Notwendigkeit für eine Mica II. Die Nachfolgeversion solle die Regulierungs- und Beaufsichtigungsmöglichkeiten noch weiter fassen.

Auch im Vereinigten Königreich gewinnen regulatorische Bemühungen an Fahrt. Die britische Regierung plant offenbar umfassende Befugnisse für die Financial Conduct Authority (FCA) im Krypto-Sektor und Zugangsbeschränkungen zum britischen Markt für ausländische Anbieter. 

Zu viel Risiko, zu wenig Transparenz

Man sollte aber nicht davon ausgehen, das Scheitern großer Krypto-Unternehmen signalisiere bereits, dass das Prinzip blockchainbasierter Kryptowährungen am Ende sei. Vielmehr scheint es, als hätten die insolventen Krypto-Unternehmen einige der Fehler wiederholt, die bereits zur Finanzkrise 2008 geführt haben.