Krypto-Token 6 Gründe für einen Boom von Wertpapier-Emissionen per Blockchain

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2. Management endlich erfahrener
In der Vergangenheit taten sich oft 2-3 Programmierer zusammen, um eine Idee zu entwickeln, die dann über ein ICO finanziert wurde. Zusammen mit einigen mehr oder weniger erfahrenen „Advisorn“ bildeten sie das Team – also das Herzstück des Unternehmens. Oft arbeiteten sie aber gar nicht gänzlich für das Unternehmen oder gaben nur ihren Namen, um das Vertrauen von Investoren zu gewinnen und als Gegenleistung dafür kostenfreie Coins zu erhalten. Ist es also nicht klar, dass ein solche Unternehmensführung letztendlich scheitern musste?

Heute wissen die Gründer, dass die Finanzierung eines der zentralen Themen ist und dass man dafür ganz besondere Expertise besitzen muss. Es wird also sehr früh bereits ein Finanzexperte involviert, der die Gründer u. a. informiert, welche Informationen Geldgeber wünschen, die in Token investieren. Dieses Vorgehen ersetzt ICOs und macht STOs nun endlich kapitalmarktfähig.

3. Breitere Akzeptanz bei Blockchain und Krypto
Vor ein paar Jahren wussten nur Insider, was eine Blockchain ist und was man mit ihr machen könne. Mittlerweile wird man aber überhäuft von Einladungen zu Blockchain-Events, ja vielfach auch schon vom Wirtschaftsministerium sowie staatlichen Start-up-Förderern. Eigene Lehrgänge, Stellengesuche von Großunternehmen sowie eine Vielzahl an Literatur runden das stark gestiegene Interesse an dieser Technologie und den Einsatzmöglichkeiten ab.

Interessanterweise sehen mittlerweile sowohl die EZB als auch die Bafin das große Potenzial der Blockchain-Technologie besonders im Finanzbereich. Großbanken und –unternehmen gründeten eigene Abteilungen und platzierten auch schon erste Schuldverschreibungen über die Blockchain. Gerade aktuell hat die Bafin den ersten STO eines deutschen Unternehmens genehmigt. Der nun realistische Blick auf Blockchain- und Kryptoanwendungen unterstützt das Vertrauen auch in Token-Offerings nachhaltig.

4. Regulierer fordern professionelle Informationen
In der Vergangenheit wurde unter dem Begriff ICO meist Utility-Token herausgegeben, um eine Klassifizierung als Wertpapier zu umgehen. Trotzdem wurde oft auch eine Art Gewinnbeteiligung versprochen, also ähnlich wie bei einer Aktie. Damals schritten die Aufsichtsbehörden nicht dagegen ein.

Seit knapp einem Jahr jedoch sehen das die Regulierungsbehörden nun aber anders: Zuerst einmal ist ein Unternehmens-Token immer ein Wertpapier (Security), es sei denn, man beweist ihnen, dass es doch ein Utility – also ein Art Einkaufsgutschein oder Mitgliedschaft - ist.

Das bedeutet nun, dass der Emittent von Token einen Wertpapierprospekt erstellen und genehmigen lassen muss. Damit wird die Geldeinwerbung natürlich langwieriger und teurer, aber auf der anderen Seite darf der Emittent nun auch ein öffentliches Angebot durchführen und hat umfängliche, für den Kapitalmarkt notwendige Unterlagen. Die Vorteile überwiegen also deutlich!

5. Professionelle Investoren stark angestiegen
Die ICO-Käufer der Vergangenheit hatten oft nur den kurzfristigen Erfolg im Blick: den Preisanstieg der Coins/Token. Diese sogenannten “Pump-and-Dump-Investoren” interessierten sich nicht für das mittel- bis langfristige Wohl des emittierenden Unternehmen. Da diese Unternehmen aber für ihr Wachstum über eine längere Zeit Geld benötigten, fanden sie - als die Preise der Coins stark fielen - natürlich keine Investoren mehr, obwohl es auch zu dieser Zeit nach wie vor interessante Projekte gab. Zudem waren die Tokenkäufer meist Privatinvestoren und keine professionellen Anleger.

Einer Analyse von IR Consult zufolge gab es Anfang 2018 nur eine Hand voll institutioneller Anleger in Europa, die ICO/ITO-Unternehmen auch längerfristig begleiteten, da sie das Wachstumspotenzial erkannten. Auch als Folge der nun favorisierten Security Token mit kapitalmarktüblichen Dokumentationen und Folgepflichten ist die Zahl der professionellen Anleger deutlich angestiegen: aktuell zählt IR Consult mindestens 30 in Europa.

Mit der Einführung von regulierten Kryptobörsen in diesem Jahr (z. B. Schweiz, Stuttgart) wird die Akzeptanz von Token weiter zunehmen. Interessanterweise interessieren sich auch zunehmend Venture Capital-Unternehmen für Start-Up Beteiligungen an STO-Kandidaten, da sich dadurch eine Risikoreduzierung ergibt.

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