Die wichtigsten Erkenntnisse:
Fidelity International
- Der nächste große Investitionszyklus ist bereits im Gang: Geopolitische Verschiebungen, Reshoring und Energiewende lösen einen neuen Wettlauf um moderne Infrastruktur aus.
- KI braucht weit mehr als Chips: Stromnetze, Rechenzentren und industrielle Kapazitäten werden zum Engpass und eröffnen neue Chancen in der Realwirtschaft.
- Wie könnten Anleger profitieren? Der Fidelity Funds – Global Industrials Fund bündelt ausgewählte Chancen aus Industrie und Chemie, Metallen und Bergbau sowie Energie.
Ein neues Paradigma für die Realwirtschaft
Über Jahrzehnte hinweg haben Globalisierung und Digitalisierung in vielen Industrieländern dazu geführt, dass Investitionen in Produktionskapazitäten, Energieinfrastruktur und andere physische Vermögenswerte wenig beachtet wurden. Das ändert sich gerade, denn viele der prägenden Kräfte der Weltwirtschaft erfordern höhere physische Investitionen. Die USA, Europa und andere Industrieländer stehen vor einem umfassenderen Bedarf:
- KI braucht Rechenzentren und Strom.
- Die Verteidigungsindustrie benötigt Fabriken und sichere Lieferketten.
- Reshoring erfordert Produktionskapazitäten, Transport und Automatisierung.
- Die Elektrifizierung setzt Stromnetze und Rohstoffe voraus, während die Energiesicherheit eine zuverlässige Erzeugung, Übertragung und Speicherung erfordert.
1. KI wird zu einer physischen Investition
Die KI-Infrastruktur ist in hohem Maße physisch. Schätzungen zufolge fließen rund 50 Prozent der KI-Investitionen in Halbleiter – die andere Hälfte in Stromversorgung, Netzwerke, Kühlung, Anlagen und Bauvorhaben. Der Bau von Rechenzentren erfordert Stromerzeugung und -übertragung, elektrische Ausrüstung, Kühlsysteme, Bauarbeiten und unterstützende Infrastruktur. Die Anlagechancen der KI reichen also tief in die Realwirtschaft hinein.
Aufschlüsselung der KI-Investitionen (geschätzt, in USD)
Zum steigenden Strombedarf tragen neben der KI auch das industrielle Wachstum, Rechenzentren, Elektrofahrzeuge, Kühlung und die allgemeine Elektrifizierung bei. Um diesen Bedarf zu decken, sind Stromerzeugung, -übertragung und -netze, Transformatoren, Schaltanlagen, elektrische Ausrüstung, Kühlinfrastruktur erforderlich – und die zu ihrer Herstellung verwendeten Materialien.
Und jenseits der Infrastruktur? Etablierte Industrie- und Logistikunternehmen steigern mit KI die Produktivität, lasten ihre Anlagen stärker aus, verbessern den Kundenservice und fördern Innovationen. Für Anleger eröffnet das weitere Möglichkeiten, am KI-Zyklus teilzuhaben.
Der weltweite Strombedarf steigt rasant an
Durchschnittlicher jährlicher Zuwachs (TWh)
2. Streben nach Resilienz treibt die Rekapitalisierung der Industrie voran
Auf dem NATO-Gipfel 2025 verpflichteten sich die Bündnispartner, bis 2035 jährlich 5 Prozent des BIP in Verteidigungs- und sicherheitsbezogene Ausgaben zu investieren. Die bisherige Richtlinie sah 2 Prozent für Verteidigungsausgaben vor.1 Mehr militärische Kapazitäten erfordern Fabriken, Maschinen, elektronische Bauteile, Spezialwerkstoffe, Energie und Logistik. Zugleich wächst angesichts der globalen Entwicklungen die Bedeutung der lokalen Lieferketten und Produktion. Die Rekapitalisierung des Verteidigungssektors und das Reshoring können daher einen umfassenderen Kreislauf aus Investitionen in die Fertigung und Automatisierung verstärken.
