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Künstliche Intelligenz Smarte Investments oder technologisches Millionengrab?

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Künstliche Intelligenz in der Finanzindustrie

In der Finanzindustrie finden sich derzeit drei Ausprägungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. So hat die Investmentindustrie dedizierte Branchenfonds aufgelegt, die als technologische Sektorfonds mit entsprechendem Chance-/Risikoprofil entlang der Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz investieren.

Andere Anbieter versuchen, als Weiterentwicklung quantitativer Auswahlprozesse, Investmentfonds rein durch selbstlernende Algorithmen verwalten zu lassen. Der Nachweis eines Mehrwerts solcher Vorgehensweisen steht ebenso noch aus, wie die dauerhafte Daseinsberechtigung der zuletzt, gleich Pilzen aus dem Boden schießenden Robo-Advisors.

Einen sehr maßgeblichen Einfluss kann Künstliche Intelligenz jedoch auf das traditionelle Berufsbild des Investmentanalysten haben. Werden Research-Empfehlungen zukünftig mehr und mehr durch selbstlernende Auswertungen immenser Datenmengen formuliert oder bleibt Künstliche Intelligenz nur der Co-Pilot des eigenständigen Analysten beziehungsweise Fondsmanagers, der ihm das Studium schematisierter Bilanzen und Geschäftsberichte abnimmt?

Jetzt in Künstliche Intelligenz investieren?

Wie dem auch sei: Ein abschließendes Urteil, ob Investitionen in Künstliche Intelligenz smarte Investitionschancen bieten oder nur ein weiteres technologisches Millionengrab darstellen werden, kann derzeit noch nicht getroffen werden. Es ist durchaus nicht unüblich für Innovationen solcher Art, dass es häufig die marktführenden Unternehmen sind, die in den jeweiligen Teilbereichen dauerhaft investitionswürdige Geschäftsmodelle entstehen lassen.

Es kann ein guter Plan sein, sich denjenigen Firmen zuzuwenden, die Fahrzeuge sicher und parkraumsparend durch den Verkehrsfluss steuern, bundesweiten Kapazitätsausgleich innerhalb von Stromnetzen sicherstellen, an Verkehrsknotenpunkten die Sicherheit zur Terrorabwehr erhöhen, alleinstehenden Menschen bei der selbständigen Gestaltung ihres Alltags helfen, unser Reise- und Konsumverhalten individualisieren oder das Arbeitsleben vereinfachen und aufwerten.

„Bei der Verwaltung von Kundengeldern zählt Mensch und Maschine – genau in dieser Reihenfolge“

Wir bei Steinbeis und Häcker Vermögensverwaltung sind aktuell der Überzeugung, dass Künstliche Intelligenz immer nur eine Arbeitshilfe zur Aufbereitung gleichförmig strukturierten, umfangreichen Datenmaterials sein kann, niemals aber langjährige Erfahrung und damit verbunden sachkundiges Agieren an stetig komplexer werdenden Kapitalmärkten ersetzen kann.

Auch Empathie und Intuition im zwischenmenschlichen Gespräch mit Unternehmenslenkern werden immer eine beratende Dömane bleiben, an die Kollege Computer allein nicht heranzureichen vermag. Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine unter dem Primat des Menschen sollte also im Sinne der anvertrauten Kundengelder nicht voreilig ausgeblendet werden.

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