Seit sich Technologiekonzerne wie Amazon und Microsoft in Seattle niedergelassen haben, boomt die Stadt. Die City im Nordwesten der USA gehört seit Jahren zu den US-Metropolen mit dem höchsten Wirtschaftswachstum und der stärksten Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkräften. Auch Starbucks hat seine Wurzeln in Seattle. Am 30. März 1971 eröffneten drei Studienfreunde einen kleinen Laden für Kaffee, Tee und Gewürze in der Innenstadt. Was sie verband, war ihre Vorliebe für guten Kaffee. Jerry Baldwin, Gordon Bowker und Zev Sieg legten damit - ohne es zu wissen - den Grundstein für ein Unternehmen, das der amerikanische Geschäftsmann Howard Schultz zu einem weltweiten Kaffeeimperium ausbauen sollte.

Kaffee, Inspiration und Visionen: Wie Howard Schultz Starbucks zur globalen Kultmarke machte

Nach mehrjähriger Tätigkeit in Vertrieb und Marketing bei Xerox wurde er 1981 Verkaufsleiter bei Hammarplast, einem Hersteller von Haushaltsgeräten. Das Unternehmen war auf den Verkauf von hochwertigen Kaffeebohnen und Kaffeemaschinen spezialisiert. Dort kam er mit dem Gründertrio in Kontakt. Die Eigentümer von Starbucks engagierten den Vertriebsprofi ein Jahr später als Marketing- und Betriebsleiter für ihre damals vier Filialen. Auf einer Auslandsreise nach Italien ließ sich Schultz von der reichen Kaffeekultur der dortigen Cafés inspirieren.

Nach seiner Rückkehr erweiterte er das Angebot von Starbucks um die Belieferung gehobener Restaurants mit Kaffeebohnen und plante Kaffeebars für den Sofortverzehr. Die Gründer von Starbucks teilten seine Vision jedoch nicht, und so eröffnete Schultz zunächst seine eigene Kette Il Giornale, in der Espresso und Eiscreme nach italienischem Vorbild verkauft wurde. 1987 stand Starbucks dann zum Verkauf - und Schultz griff zu. Nicht ohne zwischenzeitliche Zerwürfnisse mit den drei Gründern übernahm er die Kette für 3,8 Milliarden US-Dollar. Was folgte, war eine radikale Kehrtwende, die Starbucks zu einer Weltmarke aufsteigen ließ.

Das erste Starbucks-Café eröffnete 1987 in Chicago. Schultz schlug einen radikalen Expansionskurs ein. Innerhalb von zwei Jahren verfünffachte sich die Zahl der Filialen auf 55. Doch das reichte dem Gründer noch lange nicht. Um das weitere Wachstum zu finanzieren, entschied er sich im Jahr 1992 für den Gang an die Börse. Zu diesem Zeitpunkt zählte Starbucks gerade einmal 140 Filialen. Der Name Starbucks stammt übrigens von einer Figur aus dem Roman Moby-Dick. Sie ist eine Anspielung auf den Steuermann Starbuck.

 

Neue Führung: Laxman Narasimhan übernimmt das Ruder bei Starbucks

Heute ist Starbucks mit über 36.000 Filialen weltweit nicht nur eine Kaffeehauskette unter vielen, sondern eine globale Kultmarke. Neben dem Kaffee ist Starbucks auch für sein soziales und ökologisches Engagement bekannt, das von umweltschonendem Kaffeeanbau bis zur Unterstützung von Kaffeebauern in Entwicklungsregionen reicht. Seit 2010 serviert Starbucks in allen Cafes in Europa ausschließlich 100 Prozent Fairtrade zertifizierte Getränke. Im März 2015 startete Schultz die Kampagne „Race Together“, bei der er seine Mitarbeiter in den 12.000 Starbucks-Filialen in den USA aufforderte, mit Kunden über Rassentrennung und rassistische Diskriminierung in den USA zu sprechen.

Howard Schultz stand bis Ende 2022 an der Spitze des Unternehmens und gehörte dem Aufsichtsrat an. Ende März dieses Jahres übernahm der aus Indien stammende Laxman Narasimhan, der zuvor beim Konsumgüterkonzern Reckit Benckiser in London arbeitete, die Führung des Unternehmens. Er soll den Kaffeekonzern zukunftsfähig machen, die Anzahl und die Effizienz der Filialen erhöhen. Zudem soll die Fluktuationsrate der Mitarbeiter gesenkt werden und das Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen werden.

31 Jahre Starbucks mit über 31.000 Prozent Plus

Der Aktienkurs von Starbucks ist seit dem Börsengang vor 31 Jahren um fast 31.200 Prozent gestiegen. Wer damals rund 1.000 Euro in Starbucks-Aktien investierte, besitzt heute ein Vermögen von über 390.000 Euro. Auf Sicht von zehn Jahren beträgt der Wertzuwachs 255 Prozent. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 0,74 US-Dollar. Der Umsatz der Kaffeehauskette stieg auf 8,4 Milliarden Dollar nach 7,64 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende März 908 Millionen US-Dollar, rund 35 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Starbucks profitierte dabei von Preiserhöhungen und einer Erholung im wichtigen China-Geschäft, das im Vorjahresquartal stark unter den Folgen erneuter Covid-Lockdowns gelitten hatte. Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 bewertet. Die Dividendenrendite für 2024 beträgt 2,24 Prozent.

Im Folgenden stellen wir die Fonds und ETFs vor, die Starbucks am stärksten gewichten.