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Kunden verstehen Informationsmaterial nicht

Die Umfrage wurde von dem Finanzvertriebsunternehmen Formaxx unter 240 seiner Berater durchgeführt. Die neuen gesetzlichen Vorschriften, die für mehr Transparenz in der Finanzberatung sorgen sollen, erfüllen demnach ihren Zweck kaum. 85 Prozent der befragten Berater geben an, dass ihre Kunden die Vertragsunterlagen vor Unterzeichnung nicht sichten. Grund: Die komplizierten Verträge sind für Nicht-Experten kaum verständlich.

Auch die zusammenfassenden Überblicksdarstellungen der Produktanbieter unterscheiden sich so stark, dass ein Vergleich der Angebote kaum möglich ist, so die Erkenntnis aus der Umfrage. Daher vertrauten die Kunden in den meisten Fällen nach wie vor auf die Einschätzung ihres Beraters, welches Versicherungs- oder Anlageangebot das Beste für ihren persönlichen Bedarf ist.

Entsprechend erfährt auch nur jeder sechste Makler überwiegend positive Reaktionen auf die neuen Regelungen. Die große Mehrheit der Kunden reagiert stattdessen gleichgültig auf die neuen Informationsmöglichkeiten: 70 Prozent der Befragten berichten von einer neutralen oder durchmischten Aufnahme. "Das Ziel, die Kunden besser zu informieren, wird mit der neuen Regelung leider nicht erreicht", konstatiert Eugen Bucher, Vorstand der Formaxx, der die Finanzbranche in der Pflicht sieht, selbst für mehr Qualität und Transparenz zu sorgen.

Hintergrund: Das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verpflichtet Versicherungsvermittler seit Juli 2008 unter anderem dazu, sämtliche Vertragsunterlagen vor der Unterschrift an ihre Kunden übermitteln, damit diese sich genau über das Angebot informieren können.

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