Kurs halten in der Krise - die besten Long-Short-Fonds
Während das Factsheet eine 80-Prozent-Positionierung in gerade vier Staatsanleihen ausweist, kommt die Performance in der Regel anderswo her: Über Terminkontrakte auf Dax und Dollar, Rohstoff - indizes und Renten positioniert sich Bornemann für fallende oder steigende Märkte. Sein ambitioniertes Ziel: „Über drei Jahre wollen wir im Schnitt um 5 Prozentpunkte pro Jahr besser sein als der Geldmarkt.“
Dass das nicht ohne Risiko geht, ist klar. Durchschnittlich soll der Fonds um 10 Prozent schwanken – ein Risikobudget indes, mit dem Bornemann in seinen erfolgreichen Monaten im Herbst 2008 bei weitem nicht auskam. Zeitweise lag die Volatilität bei über 25 Prozent. Da hätte der Fonds auch abstürzen können. Ein Szenario, das Bornemann selbst nicht ausschließt: Über zwölf Monate könne der Fonds durchaus 15 Prozent verlieren, räumt er ein. Immerhin: Klassische Aktienfonds hatten einen solchen Verlust innerhalb von nur zwei Monatenzu verkraften. Deutlich defensiver als Bornemann agiert Iven Kurz. Der Metzler-Manager ist verantwortlich für den Nordea Heracles Long-Short, der ähnlich anlegt wie der SEB-Fonds. Über Futures investiert Kurz in bis zu 50 Aktien-, Renten- und Währungsmärkte – ein quantitatives System steuert die Engagements und legt fest, ob der Fonds Long- oder Short-Positionen eingeht. Das wichtigste Ziel von Kurz ist Stetigkeit: Über jeden Zwölf-Monats-Zeitraum soll der Fonds im Plus landen. Wie Bornemann profitierte Kurz von den Verwerfungen im Herbst 2008: „Die Short-Positionen in den weltweiten Aktienmärkten und die kontinuierliche Sicherung von Gewinnen im Aktien- und Währungsbereich haben vor allem im September zu einem sehr hohen Renditebeitrag der Heracles-Strategie geführt“, sagt er. Noch besser kam es im Oktober: Da legte der Fonds 5,8 Prozent zu, im November waren es immerhin 0,9 Prozent. „Durch die mit der Gewinnsicherung einhergehende Reduktion der Positionen konnte sich die hohe Volatilität der Märkte nur gedämpft auf den Fonds auswirken“, erklärt der Fondsmanager. Hauptsache für Kurz ist, genau wie für seinen SEB-Kollegen Bornemann, dass überhaupt etwas an den Märkten passiert. Kurz: „Extreme Seitwärtsmärkte können das Ergebnis belasten. Wenn beispielsweise ein Großteil der ausgewählten Märkte im Jahresverlauf immer wieder ohne eine deutliche Ausprägung schwach um einen Mittelwert schwankt, reagiert das System mit permanenten Umschichtungen der Anlagemittel.“ Das kostet Geld, bringt aber nichts.
