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„Längste Rally aller Zeiten“

US-Bullenmarkt könnte bis 2020 weitergehen

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Ein Gewinnwachstum der Unternehmen oberhalb der Erwartungen dank ausgabefreudiger amerikanischer Verbraucher werde dem S&P 500 dabei helfen, seinen bisherigen Jahresverlust von 1,9 Prozent wieder wett zu machen, meint Adam Parker, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley.

Seiner Auffassung nach haben Aktien-Analysten bislang bei ihren Prognosen noch nicht das Aufwärtspotenzial im Konsumsektor und anderen Bereichen berücksichtigt, die von der Halbierung des Rohölpreises profitieren dürften. Zudem werde die Wirtschaft der USA weiter an Fahrt gewinnen.

„Dies wird die längste Rally aller Zeiten”, sagt Parker in einem Interview mit Bloomberg TV. „Wenn man sich Konjunkturfaktoren, Unternehmensverhalten und Kreditzyklus ansieht, gibt es eine Menge Gründe für eine Fortsetzung. Es könnte bis 2020 weitergehen.”

Seiner Prognose zufolge wird der Benchmark-Index in diesem Jahr bis auf 2275 Punkte klettern, womit die Anzahl der Bullen-Jahre auf dann sieben ansteigen würde. Am Freitag schloss der S&P-500-Index bei 2019,42 Zählern, der Montag war aufgrund eines Feiertages handelsfrei.

In der Geschichte gab es nur zwei Aufwärtsphasen mit einer längeren Dauer, wie aus Daten von Bloomberg News und Birinyi Associates Inc. hervorgeht. Dazu gehört der nahezu acht Jahre währende Bullenmarkt der 1990er Jahre.

Parkers Prognose für den Jahresendstand des S&P-500-Index liegt 1,9 Prozent über den 2233 Punkten, die 19 Strategen in einer Bloomberg-Umfrage erwarten.

„Der Zyklus stirbt nicht auf Grund des Alters, sondern auf Grund rationaler Gründe - entweder wegen konjunktureller Veränderungen, zu starker Arroganz der Unternehmen oder Kreditereignissen. Nichts davon erscheint besonders wahrscheinlich”, sagt Parker in dem Gespräch. „Wir befinden uns in einem Modus, in dem in Schwächephasen zugekauft wird. Es sei denn, das verkehrt sich ins Negative.”

Selbst nachdem Statistiken gezeigt haben, dass der US- Einzelhandelsumsatz im Dezember so stark eingebrochen ist wie in nahezu einem Jahr nicht, bleibt Parker „optimistisch”, dass Verbraucher-Aktien 2015 klettern werden. Er erwartet, dass der Einzelhandelsumsatz in diesem Monat wegen der fallenden Sprit- Preise wieder anziehen wird.

Unternehmen, die auf die diskretionären Ausgaben der Verbraucher angewiesen sind, waren 2015 bis einschließlich Donnerstag der vergangenen Woche um 4,7 Prozent gefallen - was sie mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf zur drittschlechtesten Gruppe unter zehn Branchen im S&P 500 machte.

Experten zufolge droht US-amerikanischen Unternehmen ein schwacher Gewinnanstieg, weil die Entwicklungen im Energiesektor mehr als die Hälfte des Wachstums aufzehren und die niedrigeren Energie-Preise sich bei den Einzelhändlern bislang noch nicht ausgewirkt haben.

Parker gibt zu, dass es ein Fehler gewesen wäre, die Gewinn-Prognosen für Energie-Unternehmen nach dem Einbruch bei den Ölpreisen nicht anzupassen. Doch gleichzeitig sehe er anziehende Gewinne bei Einzelhändlern und anderen Unternehmen, die von günstigen Energiekosten profitieren dürften.

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