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Lagebericht von der Legende So geht es weiter mit dem Templeton Growth

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Trotz zunehmender langfristiger Risiken, die darauf zurückzuführen sind, dass sich die Hausse am globalen Aktienmarkt ihrem Ende nähert, ergeben sich nach unserer Auffassung weiterhin Bottom-up-Chancen. In diesem Sinne befindet sich Europa in einer früheren Phase seines Zyklus als die USA und hat von der allgemeinen Erholung der Unternehmensgewinne, der steigenden Beschäftigung und der Belebung der Konsum- und Investitionsausgaben profitiert. Die jüngsten Wahlergebnisse haben proeuropäische und wachstumsorientierte Reformen begünstigt, wohingegen die Wirren in Verbindung mit den separatistischen Bewegungen in Spanien und Großbritannien von politischen Spaltungen an anderer Stelle abhalten könnten.

Vor diesem Hintergrund blieben laut unserer Analyse europäische Aktien im Verhältnis zur übrigen Welt Ende 2017 äußerst billig. Es entstanden auch Chancen in Asien, wobei Japan den längsten anhaltenden Wachstumsschub seit der globalen Finanzkrise verzeichnete. Südkoreanische Unternehmen vollzogen erfreuliche Schritte hin zu einer besseren Unternehmensführung und Dividendenpolitik. In China fiel das Wachstum solide aus, die Währungsreserven wurden erneut angehoben, und nach der Stärkung der Machtposition von Präsident Xi Jinping auf dem jüngst stattgefundenen 19. Nationalen Volkskongress scheint Stabilität die Oberhand zu haben.

Unsere Sektorbetrachtungen: Gesundheitswesen, Energie, Finanzen und mehr

Aus Sektorperspektive schätzen wir nach wie vor Gesundheitstitel, bei denen wir davon ausgehen, dass aufsichtsrechtliche Befürchtungen und Wettbewerbssorgen die Anleger veranlasst haben, die langfristige Ertragskraft von disziplinierten, innovativen und wichtigen Arzneimittelherstellern aus den Augen zu verlieren. Ausgewählte Energieaktien lohnen sich nach unserer Auffassung unterhalb der Marke von 50 US-Dollar pro Barrel Öl und sind nach wie vor relativ attraktiv für uns angesichts eines wahrscheinlich – wenn auch innerhalb einer festen Spanne – stabileren Preisumfelds.

Hingegen haben wir allgemein unser Engagement in einigen Finanzwerten reduziert, obgleich wir davon ausgehen, dass die Bankbewertungen mit Stand vom Oktober 2017 weiterhin anspruchslos ausfielen und dass die umstrukturierte und rekapitalisierte Branche von steigenden Zinsen und einer sich erholenden Kreditnachfrage profitieren sollte. Unserer Ansicht nach bestehen auch in einer Reihe anderer Sektoren vereinzelt Chancen, darunter Telekommunikationsdienste, Informationstechnologie, der Konsumsektor und Industriewerte.

Weiterhin ermitteln wir ausgewählte Anlagen, die wir als attraktive und günstige Gelegenheiten mit asymmetrischen Risiko-Ertrags-Aussichten in Betracht ziehen, auch wenn es Anzeichen für eine Überbewertung in bestimmten Regionen und bei bestimmten Vermögenswerten gibt. Unseres Erachtens könnte sich eine erneute Fokussierung auf Value, die infolge eines sich abzeichnenden Aufschwungs 2016 abebbte, 2018 auszahlen, da die politischen Entscheidungsträger mit einer neuen Welle reflationärer Konjunkturmaßnahmen und Haushaltsreformen voranschreiten.

Rückenwind dank eines größeren Wachstums und steigender Inflation würde nach unserer Ansicht zyklisch niedrig bewertete Substanzaktien durch zunehmende Preismacht und Schaffung eines robusteren Nachfrageumfelds unterstützen. Wir glauben, dass insbesondere aktives Management eine wichtige Rolle in dieser Phase des Zyklusses spielt. Unseres Erachtens wird im Zuge des weiteren Voranschreitens und der letztlichen Umkehr des Zyklus die Fähigkeit, langfristige Wirtschafts- und Produktzyklustrends zu erkennen und Aktien zu identifizieren, die immer noch zu einem Abschlag auf ihren intrinsischen Wert gehandelt werden, für eine potenziell langfristige Maximierung der absoluten Gesamtrendite von zentraler Bedeutung sein.

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