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Klima und Artenvielfalt schützen Was moderne Landwirtschaft heute leisten muss

Junge Landwirtin auf Rettungsmission für Rehkitze per Drohne
Junge Landwirtin auf Rettungsmission für Rehkitze per Drohne: Vor der Ernte werden die Felder GPS-gestützt kontrolliert. | Foto: Imago Images / Westend61

Die Landwirtschaft steht in Verbindung mit mehreren nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Dazu gehören beispielsweise die Bekämpfung des Hungers, das Leben an Land sowie unter Wasser schützen, die Gesundheit fördern und verantwortungsvolle Produktion stärken.

Weltweit werden mehr als 70 Prozent der Süßwasservorräte für die Landwirtschaft genutzt. Nach Angaben des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaveränderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) verursacht die Branche 22 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Ohne Veränderungen in dem Bereich wird es unmöglich sein, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Eine Lösung kann der stärkere Fokus auf eine regenerative Landwirtschaft sein. Im Gegensatz zur industriellen Landwirtschaft, die in erster Linie auf den Ertrag ausgerichtet ist, gibt es dafür keine allgemeingültige Definition. Sie konzentriert sich aber stärker auf nachhaltige Aspekte wie Bodengesundheit, Artenvielfalt, Wasserkreislauf und Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel.

Welche Vorteile die regenerative Landwirtschaft hat

Um zu diesen Zielen beizutragen, können Landwirte verschiedene Maßnahmen ergreifen. Die ökologische Direktsaat oder das Aussähen mit geringer Bodenbearbeitung beispielsweise schont die Anbaufläche und verhindert, dass CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird. Außerdem trägt sie zu einem gesunden Mikrobiom im Boden bei. Dadurch müssen weniger chemische Düngemittel verwendet werden, die hauptsächlich in Form von Lachgas ebenfalls Treibhausgasemissionen verursachen. Außerdem wird die Fähigkeit des Bodens erhöht, Wasser zu absorbieren und zu filtern, während die Verdunstung verlangsamt und die Bewässerungseffizienz verbessert wird. Das Ergebnis sind natürlichere Lebensmittel mit einem oft höheren Nährwert.

Eine Schlüsselkomponente der ökologischen Direktsaat ist der Deckfruchtanbau. Dieser kann dazu beitragen, dass der Boden gesund bleibt: Er schützt vor Erosion und Nährstoffverlusten, die auftreten würden, wenn das Land zwischen den Wachstumsperioden kahl bliebe. Der Anbau von Bodendeckern kann Unkraut, Krankheiten und Schädlinge verhindern, Nährstoffe zuführen und so den Bedarf an Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden verringern sowie die biologische Vielfalt und die Kohlenstoffbindung verbessern.

 

Bei der Agroforstwirtschaft werden Bäume eingesetzt, deren Wurzeln tief in den Boden reichen und dort Kohlenstoff freisetzen. Die Bäume sorgen für einen Nährstoffkreislauf und helfen dabei, die Erosion zu verhindern. Es gibt zwei Haupttypen:

  • Silvoarable Agroforstwirtschaft: Dabei werden Pflanzen unter Bäumen angebaut. Das heißt: Die Pflanzen befinden sich auf verschiedenen Ebenen über und unter der Erde.
  • Silvopastorale Agroforstwirtschaft: Dabei weidet Vieh unter Bäumen. Diese bieten ihm Schutz, während sie selbst und der Boden von den Nährstoffen in den tierischen Ausscheidungen profitieren.

Sowohl der Deckfruchtanbau als auch die Agroforstwirtschaft können auch dazu beitragen, lokal die Temperaturen zu senken.

Warum auch die Landwirte profitieren

Letztlich führen diese und andere Methoden wie Kompostierung, Fruchtfolge und Rotationsweidehaltung zu einer effizienteren Ressourcennutzung. So können beispielsweise die Ernteerträge durch einen besseren Nährstoffeinsatz gesteigert werden, während eine sinnvollere Wassernutzung zu einer geringeren Belastung der Süßwasservorräte führt.

Wo regenerative Landwirtschaft zu höheren Ernteerträgen führt, können mehr natürliche Lebensräume erhalten statt für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet werden. Dadurch wird der ökologische Fußabdruck der Branche kleiner.

Für die Landwirte ergeben sich potenziell langfristige finanzielle Vorteile durch geringere Kosten für künstliche Düngemittel, gegebenenfalls bessere Ernteerträge und -qualität sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen extreme klimatische Ereignisse.

Wie der Wandel der Landwirtschaft gelingen kann

Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF) könnten durch die Anwendung regenerativer Anbaumethoden auf 40 Prozent der weltweiten Anbauflächen rund 600 Millionen Tonnen Emissionen vermieden werden – das sind 2 Prozent der jährlichen Gesamtemissionen. Um jedoch den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss sich die Wachstumsrate der regenerativen Landwirtschaft gegenüber dem heutigen Stand verdreifachen.

Daher hat das WEF empfohlen, dass die gesamte Lebensmittelindustrie gemeinsame Messgrößen einführt. Diese sollen es den Landwirten ermöglichen, ihre Praktiken leichter zu ändern. Außerdem sollen positive Veränderungen stärker belohnt werden.

Wo sich für Investoren Chancen bieten

Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, hat in der Vergangenheit zu einem Anstieg sowohl der Kohlenstoffemissionen als auch der Ressourcenintensität im Agrarsektor geführt. Es ist eine Herausforderung, die Verbraucher weltweit davon zu überzeugen, sich grundlegend anders zu ernähren – mit weniger Fleisch, Milchprodukten und Zucker, dafür aber mit mehr Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten. Die Landwirtschaft mit regenerativen Methoden könnte ein nachhaltigerer Weg zur Ernährung der Welt sein.

Moderne Technologien wie die intelligente Bewässerung sind aber auch in der regenerativen Landwirtschaft nützlich. Vor diesem Hintergrund könnten Unternehmen, die an Lösungen zur effizienten Wassernutzung, zum intelligenten Einsatz von Düngemitteln, zur Verbesserung der Lebensmittelqualität, aber auch zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Wiederaufforstung arbeiten, attraktive Investmentmöglichkeiten darstellen.

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