Lange Laufzeiten in Lateinamerika, short bei US-Schatzanleihen Fonds-Klassiker im Check-Up: Templeton Global Total Return

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  1. Die aktuelle Positionierung

Schon seit mehr als einem Jahr setzt Hasenstab stark auf diverse Schwellenländer. So hält er größere Posten von Anleihen mit längeren Laufzeiten aus Brasilien, Kolumbien, Indonesien und Indien sowie ein größeres Währungs-Engagement im Mexikanischen Peso. Letzteres spiegelt seine Vorliebe für zu Unrecht von anderen Marktteilnehmern abgestrafte Länder, die mit anderen Wackelkandidaten – in diesem Fall der Türkei – in einen Topf geworfen werden.

Manche Positionen hat Hasenstab in den vergangenen Quartalen allerdings angepasst und insbesondere im Oktober 2016 ein neues Engagement in Argentinien hinzugefügt. Auch Ghana ist neu im Portfolio vertreten (siehe Grafik). Im März hat er zudem den Anteil indischer Lokalwährungsanleihen auf 13 Prozent erhöht. Den entsprechenden Abbau von Positionen in Malaysia begründet der Franklin-Templeton-Manager mit der Verlagerung des Anlageschwerpunkts auf solche Länder, die weniger von externen Entwicklungen abhängigen und in denen die heimische Nachfrage eine wichtige Rolle spielt.

Da er mit wachsenden Zins-Differenzen zwischen Japan und der EU auf der einen und den USA auf der anderen Seite rechnet, ist Hasenstab in Euro und Japanischen Yen unverändert short. „Diese Positionierung schützt das Portfolio vor einem sich aufwertenden US-Dollar, darüber hinaus sichere ich mich mit der Euro-Shortposition auch gegen steigende politische Risiken in Europa ab“, erläutert er. Insgesamt hält Hasenstab die Duration des Portfolios mit drei Monaten nach wie vor sehr kurz. Zudem hat er über Zins-Swaps eine negative Duration in US-Schatzanleihen aufgebaut.

 

  1. Drei Fragen an Michael Hasenstab

DER FONDS: Derzeit bevorzugen Sie Anleihen aus Lateinamerika, insbesondere aus Brasilien. Was spricht für die Region?

Michael Hasenstab: Derzeit sind wir in Lateinamerika generell stärker investiert als dies in der Vergangenheit der Fall war. Mehrere Länder, die zuvor unter einer populistischen Politik litten, haben daraus die richtigen Konsequenzen gezogen und nun eine andere Richtung eingeschlagen. Letztlich herrschen die Gesetze der Ökonomie – man muss die eigentlichen Probleme angehen statt sie durch eine lockere Steuer- oder Geldpolitik zu vertiefen. Brasilien verfügt mittlerweile über eine konservative Zentralbank und ein Finanzministerium, das bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergreifen wird. Wir sehen mittlerweile einen deutlich stärkeren Reformwillen als vor drei Jahren und beurteilen die mittelfristigen Aussichten für das Land daher positiv. Auch Argentinien sehen wir in politischer Hinsicht auf dem richtigen Weg und auch dort sehen wir gute Chancen, dass sich das wirtschaftliche Potenzial mittel- bis langfristig entfalten kann. Mexiko und Kolumbien beurteilen wir ebenfalls positiv. Beide Länder verfolgen eine gesunde Haushaltspolitik und die Wirtschaftsstruktur ist zunehmen breiter aufgestellt und unabhängiger von der Entwicklung an den Rohstoffmärkten.

Wie lautet Ihr Ausblick für die US-Geldpolitik und den US-Dollar?

In den USA sehen wir weiter Inflationsdruck – die Wirtschaft brummt, die Zahl der Stellenangebote notiert auf Allzeithoch, die Arbeitslosenquote hat den niedrigsten Stand seit den 70er Jahren erreicht. Wir gehen davon aus, dass es in einigen Branchen verstärkt zu Forderungen nach höheren Löhnen kommen wird. Diese Entwicklung sehen wir allerdings nicht als einzigen Treiber der Inflation. Auch eine lockere Fiskalpolitik sowie jegliche Form der Besteuerung von Importen würde die Inflation weiter befeuern, für die wir in den kommenden Jahren einen Anstieg erwarten. Wir gehen daher davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter erhöhen muss – zumal sie bislang mit ihren Maßnahmen hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben ist.

Und wie steht es um die Eurozone und die hiesige Geldpolitik?

Sowohl für die Eurozone als auch für Japan sehen wir vorerst weiter keine Anzeichen für eine Straffung der bislang lockeren Geldpolitik mit niedrigen Zinsen. Die damit zunehmende Zinsdifferenz im Vergleich zu den USA dürfte zu weiteren Abwertungstendenzen bei Euro und Yen führen. Und obwohl sich die Eurozone in einem zyklischen Aufschwung befindet, behalten wir unsere negative Einschätzung zum Euro bei – einerseits wegen des fortgesetzten geldpolitischen Kurses und andererseits wegen der Risiken, die mit den populistischen Tendenzen in einigen Ländern einhergehen. Viele Investoren sehen zwar in der Wahl des neuen französischen Präsidenten ein Indiz für abnehmende Risiken, doch wir bleiben da skeptisch.

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