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Lothar Koch ist Leiter Portfoliomanagement bei GSAM + Spee Asset Management aus Düsseldorf. | © GSAM + Spee AM

Langeweile statt Adrenalin-Exzess Diese 4 Faktoren fördern den Anlageerfolg

Faktor Nummer eins ist eine vernünftige Strategie, bei der das Geld sinnvoll auf mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe etc. verteilt wird. Wenn Sie strategisch vorgehen, stellen Sie sich bei Tipps von Kollegen, Magazinen oder dubiosen Börsendiensten konsequent taub und folgen stattdessen einem durchdachten Plan. Einzelwerte und Unternehmens-Stories lassen Sie dann kalt; vielmehr denken Sie wie ein General, der seine Truppen strategisch antreten lässt. Ihr Ziel als „Euro-General“: Ihre Ersparnisse so anzulegen, dass die Zielrendite über die Jahre hinweg mit möglichst geringen Verlusten erreicht wird.

Eine solide und aussichtsreiche Strategie bringt aber nur dann etwas, wenn Sie sie auch dauerhaft umsetzen. Als erfolgreicher Anleger benötigen Sie daher vor allem Beharrlichkeit, einer Ihrer wichtigsten Verbündeten bei der Geldanlage. Denn nicht die Strategie selbst ist der „heilige Börsen-Gral“, sondern vor allem der Faktor Zeit. Die Zeit wiederum kann nur dann für Sie arbeiten, wenn Sie psychisch so robust sind, dass Sie Schwächephasen, die jede Strategie unvermeidlich (!) aufweist, hinnehmen und dabei nicht das Handtuch werfen. Beides fällt umso leichter, je mehr Sie sich mit den Eigenheiten Ihrer Strategie beschäftigt haben.

Zeit, der unterschätzte Gewinnturbo

Zum Faktor Zeit ein Beispiel: Wer einmalig 10.000 Euro in einen Indexfonds auf den Weltaktienmarkt investiert und danach 15 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlt, hat bei einer jährlichen Rendite von nominal 6 Prozent am Ende ein Vermögen von 52.800 Euro vor Steuern beisammen und damit einen Gewinn von 24.800 Euro erzielt – eine hübsche Summe! Ein Anleger, der bei sonst gleichen Bedingungen 15 Jahre vorher begonnen hat und so 30 Jahre lang anspart, kommt auf 155.400 Euro – das ist ein Gewinn von fast 109.400 Euro. Das heißt: Eine um 65 Prozent höhere Einzahlung (46.000 statt 28.000 Euro) führt zu einem Gewinn, der um 341 Prozent höher ist (109.400 statt 24.800 Euro) – das entspricht einem Verhältnis von 5,2 zwischen Gewinnzuwachs und Zuwachs bei den Einzahlungen! Kein Wunder, dass Albert Einstein auf die Frage nach der stärksten Kraft im Universum geantwortet hat: „Das ist der Zinseszins.“

Womöglich erscheint Ihnen eine jährliche Rendite von nominal 6 Prozent als zu hoch gegriffen. Im Falle von Anlegern, die sich auf Sparkonten und festverzinsliche Wertpapiere konzentrieren, liegen Sie damit sicher richtig. Der Weltaktienmarkt indes erzielte laut einer Auswertung der Credit Suisse seit dem Jahr 1900 (!) eine jährliche Rendite von real 5,0 Prozent, sofern die Dividenden reinvestiert wurden. Addiert man dazu die durchschnittliche Inflation von 2 bis 3 Prozent, ergibt sich eine nominale jährliche Rendite am Aktienmarkt von 7 bis 8 Prozent. Somit haben auch gemischte Depots (Aktien, Anleihen, Gold etc.) langfristig gute Chancen auf attraktive nominale Renditen.

Verschenken Sie keinen Kleinwagen

Um das Renditepotenzial auszuschöpfen, sollten Sie unbedingt auch ihren vierten Trumpf ausspielen – und auf möglichst niedrige Kosten bei Wertpapierkauf und -management sowie bei der Depotgebühr achten. All diese Ausgaben nagen garantiert an der Endrendite des Anlegers, gleich wie sich die Anlage entwickeln wird. Konkret: Wer im obigen Beispiel über 30 Jahre statt eines Indexfonds einen aktiv geführten Fonds kauft, zahlt einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent und jährlich rund 1 Prozent mehr an Verwaltungsvergütung. Bei 40 Euro Depotgebühr im Jahr bekommt der Anleger am Ende rund 13.000 Euro weniger raus als mit Indexfonds und kostenlosem Online-Konto – das entspricht dem Wert eines Kleinwagens!

Faktor Nummer eins ist eine vernünftige Strategie, bei der das Geld sinnvoll auf mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe etc. verteilt wird. Wenn Sie strategisch vorgehen, stellen Sie sich bei Tipps von Kollegen, Magazinen oder dubiosen Börsendiensten konsequent taub und folgen stattdessen einem durchdachten Plan. Einzelwerte und Unternehmens-Stories lassen Sie dann kalt; vielmehr denken Sie wie ein General, der seine Truppen strategisch antreten lässt. Ihr Ziel als „Euro-General“: Ihre Ersparnisse so anzulegen, dass die Zielrendite über die Jahre hinweg mit möglichst geringen Verlusten erreicht wird.

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