Das zumindest erwarteten viele Anleger und Firmen zu Beginn des Jahres. Im Umkehrschluss setzten viele ihre Hoffnungen auf attraktive Börsengänge. Wenn das Geld sonst nicht kommt, dann liefert die Börse, so die Rechnung. Doch die geht nicht auf. Die Börsenflaute hinterlässt ihre Spuren. Seit Jahresbeginn hat es in Frankfurt kein nennenswertes Börsendebüt gegeben. IVG, Hilfiger und chinesische Firmen machten Rückzieher. Der ehemalige Ruhrkohle-Konzern Evonik ziert sich ebenso. Auch an den hoch gelobten Emerging Markets brummt das Geschäft nur oberflächlich. So erhielt die Indien-Euphorie jüngst einen Dämpfer. Der bislang größte Börsengang floppte. Zwar spielten die Papiere von Reliance Power die gewünschten 2 Milliarden Euro ein, doch nahmen die Anleger sofort Gewinne mit. Die Kurse fielen 17 Prozent unter den Ausgabepreis. Auch in China gibt es Bremsspuren. Der Börsengang des Bahnunternehmens China Railway Construction war zwar hundertfach überzeichnet. Am Ende lagen die Zeichnungsgewinne aber bei enttäuschenden 12 Prozent. Für den westlichen Beobachter mögen das Luxusprobleme sein, doch am Markt wird mit einer schlechteren Stimmung für Debüts gerechnet. Wenn Rupie und Yuan nicht mehr so rollen wie erhofft, kann das ganz real den Aufschwung bremsen.