DAS INVESTMENT: Herr Pfeil, warum bringen Sie den Aramea Laufzeitfonds 08/2026 gerade jetzt auf den Markt?
Sven Pfeil: Im vergangenen Jahr gab es den größten Crash am Rentenmarkt seit über 100 Jahren. Dadurch sehen die Renditen in vielen Bereichen des Anleihenmarktes wieder sehr attraktiv aus. Das gilt insbesondere für das kurze Ende der Zinsstrukturkurve, da wir aktuell für kürzere Laufzeiten eine höhere Rendite als für längere bekommen. Das ist ein Merkmal einer sogenannten inversen Zinsstrukturkurve. Anleger können sich also mit einer dreijährigen Laufzeit aktuell den Zinsbuckel sichern, ohne zu hohe Durationsrisiken einzugehen. Daher haben wir uns – in Abstimmung mit unseren Kunden – für einen Laufzeitenfonds über drei Jahre entschieden.
Warum sollten Anleger im aktuellen Marktumfeld in diesen Fonds statt in einen traditionellen Rentenfonds investieren?
Pfeil: Generell hat ein Laufzeitfonds gegenüber einem klassischen – auch wieder deutlich attraktiver geworden Rentenfonds – den Vorteil, dass er eine feste Laufzeit und eine erwartbare Rendite besitzt. Damit ähnelt er einer Einzelanleihe, ist jedoch breiter diversifiziert und hat ein aktives Risikomanagement. Aber auch bei klassischen Rentenfonds bieten sich gute Opportunitäten, beispielsweise im Bereich der Nachrang- oder Wandelanleihen. Deshalb gab es in den letzten Monaten Mittelbewegungen aus Multi-Asset-Fonds in Rentenfonds.
Wo legen Sie schwerpunktmäßig an?
Pfeil: Wir investieren ausschließlich in auf Euro lautende Anleihen und müssen somit keine Derivate zur Währungsabsicherung einsetzen. Das mögen viele unserer Kunden. Auf Länder runtergebrochen sind wir vornehmlich in Europa unterwegs, haben aber auch kleinere Beimischungen anderer Regionen. Schwellenländer spielen dabei so gut wie keine Rolle. Bei der Sektorenallokation versuchen wir ebenfalls eine möglichst breite Streuung umzusetzen. Da wir aber auch unsere Kernexpertise – Nachranganleihen – prominent beimischen wollen, haben wir das größte Exposure bei Banken.
Welche Unternehmen sind besonders große Emittenten im Portfolio?
Pfeil: Wir investieren relativ gleichgewichtet, weshalb die größten Positionen nur wenig höher gewichtet sind als die kleinsten. Das hängt mit der Konstruktion des Laufzeitfonds zusammen. Er zielt weniger darauf ab, Alpha durch aktive Anlageentscheidungen zu erreichen, womit man entsprechend auch mal schief liegen kann. Unser Fondsmanagement-Team möchte eher die aktuellen Renditen möglichst risikoarm sichern. Da sind dezidierte Wetten nicht unbedingt optimal. Unsere größten Positionen sind vor allem Titel, die wir bei eventuellen Rückflüssen während der Laufzeit ohne große Bid-Offer-Spreads verkaufen können. Hierzu zählt zum Beispiel ein Papier der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder eins der Europäischen Investmentbank.
Mit welchen Erträgen können Anleger rechnen?
Pfeil: Je nachdem, wie stark der Rentenmarkt in den zwei Monaten des Portfolioaufbaus schwankt, sollte die Bruttorendite bei 4,7 bis 4,9 Prozent jährlich liegen. Falls uns der Markt entgegen kommt und wir günstigere Einstiegsmöglichkeiten erhalten, würden wir diese nicht zur Renditeerhöhung nutzen, sondern zur weiteren Risikoreduzierung.
