Die LBBW Asset Management (LBBW AM), eine Tochtergesellschaft der öffentlich-rechtlichen Landesbank Baden-Württemberg, verzeichnet mit ihrem neuen Themenfonds „LBBW Sicher Leben“ einen imposanten Start. Seit der Auflegung am 27. Dezember 2024 konnte der Fonds allein im Retail-Segment mehr als 7 Millionen Euro einsammeln.

„Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, weil wir auch erst jetzt verstärkt in die Kommunikation gehen“, kommentiert Stephan Wittwer von der LBBW AM den erfolgreichen Vertriebsstart gegenüber DAS INVESTMENT.

„Ganz bewusst“ Artikel-6-Fonds

Der Zeitpunkt der Fondsauflegung fällt in eine Phase intensiver Diskussion um Rüstungsinvestments. Die EU-Kommission hatte im März 2024 klargestellt, dass die Verteidigungsindustrie die Nachhaltigkeit fördere, da sie einen Beitrag zu Widerstandsfähigkeit, Sicherheit und Frieden leiste.

Auch der Deutsche Fondsverband BVI ließ verlauten, es sei ein wichtiger Schritt, das bisherige Nein zur Verteidigungsindustrie aufzugeben.

Die Anzahl kritischer Stimmen, die Rüstungsinvestments als unethisch bezeichnen, ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich gesunken. Wittwer betont aber, dass LBBW AM „ganz bewusst“ die Form eines Artikel-6-Fonds gewählt habe, um die Diskussion über Verteidigung und Nachhaltigkeit nicht zu führen.

Breiter aufgestellt als reine Rüstungs-ETFs

Der neue Fonds der LBBW AM positioniert sich bewusst breiter als reine Rüstungs-ETFs und setzt auf drei Säulen:

„Eine Säule ist das Thema Verteidigung. Die zweite Säule geht um digitale Sicherheit, also nicht einfach nur Technologie im Allgemeinen, sondern klar unter anderem in Richtung Cyber-Security. Und die dritte Säule ist nicht weniger wichtig – da geht es um die Themen der physischen Sicherheit sowie sichere Abläufe“, erläutert Wittwer das Konzept.

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Quelle Fondsdaten: FWW 2026

LBBW AM betont Investmentrichtlinien

Der geografische Schwerpunkt des Fonds liegt auf Nordamerika und Europa. „Hier ist nicht nur die Mehrzahl der Unternehmen in diesen Sektoren beheimatet, sondern auch die notwendige Transparenz gegeben“, erklärt Michael Hünseler, Investmentchef bei LBBW AM.

Das Fondsmanagement schließt Investments in Unternehmen aus Russland, China, Nordkorea, Iran, Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Zudem werden Hersteller biologischer und chemischer Waffen sowie von Anti-Personen-Minen und Streubombenmunition nicht berücksichtigt.

Fokus auf drei Wachstumsmärkte

„Angesichts der zunehmenden Cyberangriffe, geopolitischer Instabilitäten und steigender Verteidigungsausgaben haben Unternehmen, die sich auf diese Themen fokussieren, ein hohes Wachstumspotenzial“, sagt Yannik Schiele, einer der beiden Fondsmanager.

Sein Kollege Felix Jäger ergänzt: „Unternehmen, die den steigenden Bedarf an Sicherheitslösungen befriedigen, verfügen über gute Voraussetzungen, auch langfristig attraktive Renditen zu erzielen.“

Zwei Anteilsklassen verfügbar

Der „LBBW Sicher Leben“ ist in zwei Anteilsklassen erhältlich:

  • Die Retail-Tranche (ISIN: DE000LB6B0M7) kommt ohne Mindestanlage, hat aber einen Ausgabeaufschlag von 3,75 Prozent und eine jährliche Verwaltungsvergütung von 1,50 Prozent.
  • Die institutionelle Tranche (ISIN: DE000A40HS11) setzt eine Mindestanlage von 75.000 Euro voraus, verzichtet dafür auf den Ausgabeaufschlag und berechnet nur 0,80 Prozent Verwaltungsvergütung pro Jahr.

Bei beiden Tranchen fällt zusätzlich eine Kostenpauschale von 0,175 Prozent an.

Die breite Positionierung des Fonds sieht Wittwer als klaren Vorteil gegenüber ETFs: „ETFs haben absolut ihre Daseinsberechtigung bei Index-Investments. Aber gerade bei Themen-Aktienfonds sind die ETFs oft ein bisschen zu eng gefasst. Und da hat der aktive Fondsmanager eine bessere Ausgangsposition, um Performance zu generieren.“