Vergangene Woche veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) das jährliche Zahlenwerk zur Situation der deutschen Lebensversicherer. Die wichtigsten Kennzahlen zeigen keine erfreuliche Entwicklung. Insgesamt sanken die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 97,1 Milliarden Euro.
Fondsbasierte Rentenpolicen sind ein Hoffnungsschimmer
Doch ein genauerer Blick in die Informationsschrift der Branche „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen“ zeigt auch einen Lichtblick. Denn weiterhin deutlich gegen den Markttrend entwickelt sich das Neugeschäft mit fondsbasierten Rentenversicherungen, deren Bedeutung für das Gesamtgeschäft damit gleichfalls zunimmt. Eine Entwicklung, die sich auch bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hatte und für die Branche zum Hoffnungsschimmer wird.
Konkret konnten die Anbieter 2022 im Verkauf mit 621.652 Rentenverträgen zulegen. 521.213 dieser Verträge wurden gegen laufenden Beitrag abgeschlossen (2021: 476.761). 100.439 Neuverträge waren hingegen Rentenpolicen gegen Einmalbeitrag (2021: 68.127). Der Zuwachs in dieser Produktkategorie liegt insgesamt damit bei 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2021 betrug der Anstieg sogar gewaltige 71,9 Prozent.
Der Marktanteil fondsgebundener Rentenpolicen am Neugeschäft liegt 2022 mit nun 14,1 Prozent noch mal höher als im Jahr zuvor mit 11,2 Prozent. Fondsgebundene Policen konnten auch bei den Kapitalversicherungen zulegen, allerdings nur um 2,0 Prozent auf sehr niedrigem Ausgangsniveau. Mit dem neuerlichen Rekordjahr 2022 hat der Bestand an fondsgebundenen Versicherungen nun auch die Marke von fünf Millionen Verträgen übersprungen. Exakt gibt es 5,42 Millionen Policen.
Dagegen sah es bei den anderen Produktarten, einschließlich Invaliditäts- und Risikopolicen, in der Leben-Sparte mehr als mau aus. Von den circa 4,4 Millionen neu eingelösten Policen waren rund 2,13 Millionen Verträge Renten- und Pensionsversicherungen (minus 11,0 Prozent). Hier konnten weder die klassischen Versicherungen (minus 18,1 Prozent) noch die Mischformen mit Garantien (minus 18,3 Prozent) überzeugen. Letztere haben mit 28,2 Prozent auch den größten Anteil am Neugeschäft. Umso mehr schmerzt die Branche hier der Rückgang von fast 280.000 weniger neu abgeschlossenen Verträgen.