Während des gesamten 20. Jahrhunderts konzentrierten sich Regierungen und Landwirte auf die Maximierung der Nahrungsmittelproduktion durch die Mechanisierung sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Ressourcenintensive Landwirtschaft ist für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und belastet das natürliche Kapital – einschließlich der Bodenqualität und der Artenvielfalt –, von dem wiederum die Nahrungsmittelproduktion abhängt.
Politiker und Verbraucher setzen sich für eine Umstellung auf nachhaltigere Praktiken ein. Die Lösungen reichen von natürlichen Futtermittelzusätzen, die die Gesundheit und Produktivität der Tiere verbessern, bis hin zu Präzisionstechnologien, die die Effizienz steigern und die Umweltauswirkungen verringern können.
Die Gründe für Investitionen in landwirtschaftliche Innovationen
Die ökologischen Herausforderungen zu bewältigen und die steigende Nachfrage nach nahrhaften Lebensmitteln zu befriedigen wird erhebliche Investitionen erfordern. Wir denken, dass dies bei entsprechenden Unternehmen für Rückenwind sorgt – von Lebensmittelherstellern, die nachhaltigere Praktiken anwenden, bis hin zu Anbietern innovativer Technologien.
Klimawandel: Hitzewellen, Dürren, Waldbrände, Überschwemmungen und Wasserknappheit können die Ernteerträge beeinträchtigen – und werden durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher. Darüber hinaus ist der Agrarsektor selbst einer der größten Treiber der Erderwärmung. Seine Treibhausgasemissionen müssen erheblich reduziert werden, um den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen.
Die Nahrungsmittelproduktion ist für rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. 53 Prozent davon entfallen auf die Tierhaltung, einschließlich des Anbaus von Futtermitteln und der Umwandlung von Flächen. Die Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen für die Abholzung von Wäldern. Um den Sektor mit den Klimazielen in Einklang zu bringen und gleichzeitig die Ernährungssicherheit zu verbessern, sind Innovationen erforderlich, die die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen verbessern und die Klimaauswirkungen verringern.
Umweltverschmutzung und -zerstörung: Der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden belastet die Ökosysteme und trägt zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. Die Verschlechterung der Bodenqualität gilt als eine der größten Bedrohungen für die landwirtschaftliche Produktivität.
Unzureichende Bewässerungsmethoden, chemische Düngemittel und Pestizide sowie Monokulturen und Überweidung erschöpfen die Böden. Technologien wie Präzisionslandwirtschaft sind von entscheidender Bedeutung, um diese Umweltbelastungen zu bekämpfen.
Verschärfte Vorschriften: Die Politik erkennt zunehmend, dass die Umweltauswirkungen der Landwirtschaft reduziert werden müssen. Auf dem Klimagipfel COP28 im Jahr 2023 haben Regierungen, die 75 Prozent der Weltbevölkerung vertreten, eine Erklärung unterzeichnet. Mit dieser verpflichten sie sich auf:
- die Umstellung auf eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion und einen nachhaltigeren Konsum
- den Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme
- die Verbesserung der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit von Lebensmittelproduzenten.
Zu den Bemühungen um die Einführung strengerer Vorschriften gehört die EU-Initiative „Farm to Fork“. Sie zielt darauf ab, den Übergang zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem zu beschleunigen. Dieses soll letztlich neutrale oder positive Umweltauswirkungen haben und gleichzeitig den Zugang zu sicheren, nahrhaften und erschwinglichen Lebensmitteln gewährleisten.
Derartige Initiativen sind in letzter Zeit unter Druck geraten. Neben der Besorgnis der Öffentlichkeit hinsichtlich steigender Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten haben Landwirte in ganz Europa gegen höhere Produktionskosten und strengere klimapolitische Maßnahmen protestiert, die eine Änderung ihrer Arbeitsweise erfordern.
Trotz solcher Reaktionen denken wir, dass sich die Gesetzgebung weiter verschärfen wird.
Investitionsmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette
Angesichts der steigenden Nachfrage nach sicheren, nahrhaften Lebensmitteln und des Drucks, den ökologischen Fußabdruck der Branche zu verringern, sehen wir eine Reihe von langfristigen Anlagemöglichkeiten. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen eine Rolle spielen bei:
- der Verringerung der negativen Umweltauswirkungen von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- der Bereitstellung von nahrhaften und gesunden Lebensmitteln
- der Gewährleistung einer breiteren Verfügbarkeit von Lebensmitteln
- der Verbesserung von Tierschutzstandards.
Für Anleger kann die nachhaltige Transformation der Nahrungsmittelproduktion also reichhaltige Investitionsmöglichkeiten bieten.
- Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen englischsprachigen Studie „Investing in food and agriculture: opportunities in feeding the world“ von Impax Asset Management.
