Lebensversicherungen im Zinstief

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Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt machen nicht nur den privaten Krankenversicherungen, sondern auch den Lebensversicherern das Leben schwer. „Die Unternehmen haben in der klassischen Lebensversicherung langfristig garantierte Verbindlichkeiten gegenüber ihren Kunden“, sagt Tim Ockenga.

„Der durchschnittliche Garantiezins liegt für die Branche bei rund 3,4 Prozent, und in Abhängigkeit vom Neugeschäft werden die meisten noch auf lange Sicht einen Zins von über 3 Prozent bedienen müssen“, so der Leiter der deutschen Versicherungsanalyse bei Fitch Ratings.

Da diese Garantien per Gesetz sicher erwirtschaftet werden müssen, macht der Anteil festverzinslicher Papiere rund 85 Prozent der Kapitalanlagen aus. Mit Bundesanleihen, die nach einer längeren Abwärtsphase (siehe Chart) im Schnitt gerade noch 2,3 Prozent Zinsen bringen, ist da nicht viel zu holen. „Sinken die Zinsen für diese Papiere, so sinken unweigerlich die Kapitalanlageergebnisse der Gesellschaften“, so Ockenga.

Mit der Überschussbeteiligung geht’s bergab

Und damit schlussendlich auch die Überschussbeteiligungen der Versicherer. Bestandskunden bekommen also weniger Rendite auf ihr eingesetztes Kapital. Das dürfte Lücken in die geplante Altersvorsorge reißen. Für Neukunden läuft es nicht besser. Denn auch der Garantiezins von 2,25 Prozent wackelt.

Für die Branche ist die Frage dabei nicht „ob“, sondern „wann“. „2012 erwarte ich eine Absenkung auf unter 2 Prozent, wenn die Zinsen nicht plötzlich erheblich steigen“, so Lukas Ziewer, Experte der Praxisgruppe Versicherungen bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Werfen klassische Policen aber nichts mehr ab, müssen Alternativen her.

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