MLP hat die CU zertifizieren lassen, um Kooperationen mit staatlichen Hochschulen zu ermöglichen. Was unternehmen Sie in diesem Bereich?

Berg: Die Finanzbranche insgesamt hat nicht das beste Image. Uns geht es darum, Unterschiede zu anderen und die hohe Qualität unserer Weiterbildung aufzuzeigen. Daher lassen wir uns an mehreren Stellen akkreditieren und zertifizieren. Dank der Zertifizierung der FIBAA – einer europäischen Agentur für Qualitätssicherung in der wissenschaftlichen Bildung – sind wir anschlussfähig an staatliche Hochschulen. Auf dieser Basis bieten wir seit Herbst 2016 gemeinsam mit der Steinbeis School of Management and Innovation einen „Master of Financial Planning and Management“ an. Unsere Berater, die den Master-Abschluss erwerben möchten, erreichen bis zu 50 der 120 nötigen ECTS-Punkte allein durch die MLP-Weiterbildung. Das ist übrigens auch ein wichtiges Argument im Recruiting junger Nachwuchsberater.

Zum Recruiting: Früher war es für Vermittler schwierig zu wechseln, weil die Finanzvertriebe über ihre Unternehmenskultur gewissermaßen einen „Stallgeruch“ mit verabreicht haben. Ist das heute auch noch so?

Berg: Wir gewinnen zunehmend Berater von anderen Marktteilnehmern. Früher war es in der Tat so, dass Berater aus anderen Teilen der Branche mit der Grundqualifikation komplett von vorn beginnen mussten. Das haben wir geändert: Wer einen §34d und die notwendige Expertise in der Anlageberatung mitbringt und mindestens die vergangenen zwei Jahre durchgängig beraten hat, muss nicht mehr von vorne anfangen. Aber er muss natürlich alle Fach- und Beratungsprüfungen bestehen – damit sichern wir die Qualität. Wir erhalten übrigens zunehmend auch Anfragen von Bankern. Angestellte Banker, die sich für den Wechsel entscheiden, haben das sehr wohl zuvor bedacht und sind gut vorbereitet für den Wechsel ins Unternehmertum.