Leopold Aschenbrenner, das Anfang-zwanzig-Wunderkind der KI-Ära, legte mit seinem Fonds im ersten Halbjahr 2026 sagenhafte 439 Prozent zu – ehe ihn ein Margin Call zwang, binnen sechs Handelstagen sein gesamtes öffentliches Aktienbuch abzustoßen. Ken Griffins Citadel übernahm dabei Papiere im Wert von rund 10 Milliarden Dollar. So spektakulär dieser Absturz war – einzigartig ist er nicht.

Immer wieder haben Margin Calls in der Finanzgeschichte ganze Fonds über Nacht ausradiert, vom Nobelpreisträger-Team bis zum heimlichen Milliardär. Mal erwischte es Erdgas-Zocker, mal Krypto-Propheten, mal die vermeintliche Elite der Wall Street. Das Muster dahinter ähnelt sich frappierend: zu viel Hebel, zu wenig Puffer – und am Ende ein Broker, der sein Geld sehen will.

Die neun größten Margin Calls der Geschichte 

In dieser Bildergalerie stellen wir die neun größten Margin Calls der Geschichte vor. Sortiert haben wir sie nach dem ausgelöschten Geld, also dem vernichteten Fondskapital plus den Verlusten der Geldgeber und Banken – von rund 1,5 Milliarden bis zu über 30 Milliarden Dollar.

Carlyle Capital Corporation (2008): 1-2 Milliarden US-Dollar
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Der Hedgfonds von Carlyle Capital erlitt seinen Verlust im Jahr 2008. | © Imago Images / Pond5Images
Der Hedgfonds von Carlyle Capital erlitt seinen Verlust im Jahr 2008. Bildquelle: Imago Images / Pond5Images

Der Ableger des Private-Equity-Riesen Carlyle hielt mit weniger als einer Milliarde Dollar Eigenkapital ein Portfolio von über 20 Milliarden an Hypothekenpapieren – ein waghalsiger Hebel von rund 30 zu 1. Als die Repo-Kreditgeber im März 2008 ihre Papiere drastisch abwerteten und massive Nachschüsse verlangten, war der Fonds schlicht zahlungsunfähig. Innerhalb weniger Tage folgte die Liquidation, das gesamte Eigenkapital war weg.