Joachim Tack, Vorstand der Nürnberger Anodos Asset Management

Joachim Tack, Vorstand der Nürnberger Anodos Asset Management

Lichtblick am griechischen Markt

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Wem geht es wirtschaftlich besser: Deutschland oder Griechenland?

Die Börsen der beiden Länder geben eine überraschende Antwort: Der deutsche Leitindex Dax trumpfte zwar mit Kurszuwächsen von knapp 30 Prozent in 2012 und gute 25 Prozent in 2013 auf. Das griechische Gegenstück, der Atex General Index, verzeichnet im gleichen Zeitraum dagegen ein Plus von knapp 33 Prozent und von 28 Prozent.

Griechenland also vor Deutschland? Massendemonstrationen, drohender Staatsbankrott, hohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei Jugendlichen, Armut in der Bevölkerung und vieles mehr. Das alles hatte Auswirkungen auf den griechischen Aktienmarkt.

Lichtblicke für Griechenland

Der Einbruch von über 90 Prozent von 2007 bis Mitte 2012 war enorm. Und doch gibt es inzwischen Lichtblicke, auch wenn die europäischen Hilfsmaßnahmen nur langsam greifen.

Griechenland verfügt über großes Rohstoffvorkommen, insbesondere Öl, was bis heute nicht berücksichtigt ist. Die eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigen langsam den gewünschten Erfolg.

Griechenland scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Indiz dafür ist die Anhebung der Einstufung des Landes durch Fitch, Standard & Poor‘s sowie Moody’s.

Wie immer nimmt die Börse die sich abzeichnende Entwicklungen als erste auf. Die guten Ergebnisse der beiden vergangenen Jahre sind erst der Anfang.

Beispiel: Piräus Bank

Bis die alten Kurswerte erreicht werden, gibt es noch viel Nachholbedarf. Das gilt insbesondere für Finanzwerte wie die Piräus Bank (ISIN: GRS014003008). Die Piräus Bank ist eine alte Bank, die bereits 1916 gegründet wurde und sich schnell in Europa sowie weltweit ausbreitete. Teilweise auch mit Übernahmen.

Heute finden wir Filialen außerhalb Griechenlands in Ländern wie  Ägypten, Bulgarien, Albanien, Rumänien, Zypern oder Serbien. Die Vollbank verfügt außerdem über Repräsentanzen in Großbritannien und Deutschland  und beschäftigt mehr als 9.000 Mitarbeiter. Die Geschäftstätigkeit erstreckt sich auf die klassischen Bankgeschäfte wie Spareinlagen, Finanzierungen oder Leasing.

Auch die Piräus Bank wurde durch die Finanzkrise hart getroffen. Sie hat sich bietende Akquisitionsmöglichkeiten genutzt, als sie die Marathon Bank in New York verkaufte und mit dem Erlös Teile der Atebank sowie die Geniki Bank übernahm oder als sie Teile der zypriotischen Bank of Cyprus, der Cyprus Popular Bank sowie die Hellenic Bank erwarb. Sie verfügt nachweislich über eine ausreichende Kapitalausstattung und ein gutes Management.

Der Kurs der Aktie schwankt noch sehr stark. Im letzten halben Jahr hat dieser Wert einen stabilen Aufwärtstrend gezeigt. Die Schwankungsbreite war - mit Ausnahme im Juni – in einem akzeptablen Bereich. Die technischen Indikatoren zeigen für das Jahr 2014 gute Chancen. Eine interessante Aktie für risikobewusste Anleger, sicher aber bewusst sind, dass diese aktiv gehandelt werden müssen.

Die Ertragskraft Griechenlands

Einige Hedgefonds haben die Chance zum Einstieg bereits genutzt. Die Piräus Bank ist nur ein Beispiel für die Ertragskraft, die wir in Griechenland bald sehen können. Denn so wie diese Bank sind die meisten im General Index gelisteten Werte international vernetzt und erzielen ihre Umsätze und Gewinne überwiegend im Ausland oder mit dem Export.

Sie sind nicht alleine auf die Binnenwirtschaft angewiesen, die noch stark hinkt. Alternativ Einzelwerten wie der Piräus Bank gibt es andere Möglichkeiten in Griechenland zu investieren. Etwa mit börsengehandelte Index- oder einem Länderfonds.

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