Liebe statt Gier: Hedgefonds-Betrügerin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

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Der Skandal um den Hedgefonds-Betrüger und Galleon-Gründer Raj Rajaratnam zieht weitere Kreise. Nun ist die Hedgefonds-Händlerin Danielle Chiesi zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die 45-Jährige hat 20 Jahre lang Insiderinformationen für ihren Vorgesetzten Mark Kurland, mit dem sie während dieser Zeit eine Affäre hatte, ausgespäht. Der Insiderhandel kam im Zuge einer groß angelegten Abhöraktion ans Licht, bei der auch mehr als 20 weitere Betrüger überführt wurden.

Ursprünglich drohten der Angeklagten, die die Staatsanwaltschaft als eine „zentrale Figur in einem großen Verschwörungsskandal“ bezeichnete, 155 Jahre Haft. Die vergleichsweise milde Strafe ist der Überzeugung des Gerichts geschuldet, dass Chiesi zu ihrem Handeln von Kurland gezwungen worden war. Es sei unwahrscheinlich, dass Gier die primäre Motivation ihres Handelns war, erklärte der Richter bei der Urteilsverkündung. Dabei berief er sich auf psychologische Gutachten, die Chiesi destruktive Beziehungen mit mehreren Männern attestierten, die sie wie eine Sklavin behandelten.

Neben der Haftstrafe wurde Chiesi zu einer Geldstrafe von 25.000 US-Dollar sowie zu 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Ihren Humor hat die Ex-Hedgefondshändlerin aber trotzdem nicht verloren. „Falls ihr mich nochmal verhaftet, tut es bitte nachmittags“, riet sie dem FBI, das sie am frühen Morgen im Oktober 2009 festnahm. Und auf die Frage eines Reporters, was sie denn im Gefängnis erwarte, antwortete sie „überleben“.

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