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Lingohr und Partner Asset Management „Die Geduldigen am Aktienmarkt werden belohnt“

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Bewertung ist ausschlaggebend

Die Renditen an den Aktienmärkten werden langfristig durch die Unternehmensbewertungen getrieben, die sich in starkem Maße auf die Cashflows der Unternehmen stützen. Kurzfristig werden Preise häufig durch Änderungen der Markterwartungen sowie emotionale Unsicherheit von Investoren bestimmt. Es bleibt jedoch ungewiss, ob sich diese Erwartungen auch bestätigen, denn wir alle wissen, dass die Zukunft nicht prognostizierbar ist.

Dennoch kommt es häufig vor, dass Marktprognosen und mögliche Entwicklungen in den Wert eines Unternehmens eingepreist werden. Eine Überrendite wird jedoch nicht auf Basis einer Prognose erzielt. Viel wichtiger ist es, etwas zu wissen, was der Markt noch nicht weiß. Sich auf Prognosen zu verlassen ist riskant, da diese in der Regel eher Meinungen widerspiegeln als einen akkuraten Blick in die Zukunft zu gewährleisten.

Die Rolle von Nachrichten

Dabei ist auch die Rolle von Nachrichten nicht zu unterschätzen. Damit meinen wir jene Nachrichten, bei denen der Leser nicht mehr angeregt wird, nachzudenken. Es liegt in der Natur des Menschen, und damit auch jedes Investors, Nachrichten zu nutzen um vorherrschende Meinungen zu bestätigen. Hierzu bedienen wir uns Informationen, die potentiell keine Aussagekraft auf Unternehmenswerte haben.

Im Ergebnis kann das zu Fehleinschätzungen führen und sich damit gefährlich auf Anlageentscheidungen und den Umgang mit Risiko auswirken. Denn Nachrichten sind nicht das gleiche wie Fakten. Eine gewisse Skepsis wird daher benötigt, um sich von solchen Nachrichten nicht beeinflussen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es für uns als Value-Investor deutlich wichtiger, vermeintlich unbeliebte Unternehmen zu attraktiven Bewertungen zu kaufen, als beliebte Unternehmen mit impliziten hohen Erwartungen, zu teuren Preisen zu kaufen.

Rational zum Mittelwert zurück

Eine der wichtigsten Quellen für die Entstehung von Fehlbewertungen und somit ein zentraler Punkt des Value-Investing ist die Rückkehr zum Mittelwert. Dieses zentrale Zykluselement entsteht dadurch, dass sich die Preise von Unternehmen (aber auch Sektoren und Ländern) durch positive oder negative Ereignisse weit vom Mittelwert entfernen können. Langfristig folgt jedoch auf ein stark abweichendes Ereignis immer eines, dessen Erwartungswert sich näher am Mittelwert befindet.

Die Rückkehr zum Mittel ist auch an den Aktienmärkten zu beobachten. Unterliegen Unternehmen oder Sektoren temporären Über- bzw. Untertreibungen, können ihre impliziten Bewertungen deutlich ins Extrem abweichen. Besonders bei langanhaltenden Kurssteigerungen oder -rückgangen wird stark emotionales Verhalten der Anleger sichtbar.

Diese Emotionen, panisches Verhalten oder übertriebene Euphorie schaffen den Nährboden für teils drastische Fehlbewertungen am Markt, welche andere Investoren ausnutzen. Entsprechend ist es wichtig, dass Investoren ihre Emotionen unter Kontrolle halten und bei Bewertungen und Preisen darauf achten, was fundamental begründet und was irrational ist. Um nicht den eigenen Emotionen zum Opfer zu fallen, ist es unabdingbar, selbstkritisch zu sein und seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und zu verstehen.

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