Liquider und stärker diversifiziert

So reagieren Anbieter von Hochzinsanleihen-Fonds auf Third-Avenue-Drama

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Hochzins-Investmentfonds sind bestrebt, sich von den Geschehnissen um den Anleihefonds von Third Avenue Management zu distanzieren. Sie argumentieren, ihre Investments seien stärker diversifiziert und einfacher zu veräußern.

Fidelity Investments, Capital Group, Waddell & Reed Financial und Nuveen Investments erklärten am Montag, mit ihren Hochzinsstrategien seien sie keine Fonds, die auf notleidende - distressed - Anleihen setzten, und ihre Positionen in Anleihen der Ratingkategorie „CCC" seien entweder selektiv oder in Richtung auf eine höhere Qualität innerhalb der Klasse ausgerichtet. Toews teilte mit, ihr Junkbond-Fonds sei im vergangenen Monat vollständig in liquide Mittel umgeschichtet worden.

Die Ratingagentur Moody’s Investors Service definiert „CCC" als „sehr hohes Bonitätsrisiko, schlechtes Ansehen".

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Die Fondsgesellschaften versuchen ihre Investoren zu beruhigen, nachdem der Kollaps eines Fonds der von Martin Whitman geleiteten Third Avenue Management in New York einen Ausverkauf bei den bonitätsschwachen aber renditestarken Hochzinsanleihen auslöste. Der Third Avenue Focused Credit Fund teilte am 9. Dezember mit, er schließe und friere die Rückzahlungen an die Investoren ein. Das war ein ungewöhnlicher Schritt für einen Investmentfonds, denn bei diesen können die Anleger üblicherweise täglich ihre Gelder abziehen. Als Folge sorgten sich Anleger bei anderen Fondsgesellschaften, die ebenfalls Hochzinsanleihen niederer Qualität im Portfolio haben, sie könnten Opfer der gleichen Kombination aus illiquidem Markt und Kapitalabflüssen werden, die dem Fonds von Third Avenue zum Verhängnis wurden.

„Der Third Avenue Focused Credit Fund hatte offenbar eine Anlagestrategie, die sich von der eines traditionellen Hochzinsfonds stark unterscheidet, denn der überwiegende Teil der Investments waren Papiere von notleidenden Emittenten", erklärte Hannah Coan, Sprecherin für American Funds von Capital Group, per E-Mail. Zwar würden traditionelle Hochzinsfonds häufig auch einige notleidende Anleihen halten, diese seien aber typischerweise kein Kernelement der Anlagestrategie.

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