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Robert Halver zum Börsenklima Liquiditäts-Hausse in Sommerlaune

Mit nachlassendem Konjunkturoptimismus verlieren Inflations- und Zinsängste an Drohpotenzial für die Finanzmärkte. Selbst der Förderstreit innerhalb der Opec-Familie spricht aus Selbsterhaltungstrieb für keine markante rohstoffbasierte Inflation. Nicht zuletzt zementiert die EZB mit ihrer neuen Inflationsstrategie das Niedrigzinsumfeld. Allerdings schwächt die Wirtschaftsnormalisierung die fundamentale Kraft des Aktienmarkts.

In China trüben zunehmende Corona-Neuinfektionen die Stimmung bei Dienstleistern und verringerte Fiskalmaßnahmen die der Industrie. Als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft wirkt China damit hemmend auf die deutschen Exportunternehmen.

Wolken am blauen Konjunkturhimmel

Auch wenn sich die ZEW Konjunkturerwartungen noch auf hohem Niveau befinden, bröckelt dennoch der bislang große Wachstumsoptimismus.

Grafik 1: Caixin Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes und Dienstleistungsgewerbe sowie ZEW Konjunkturerwartungen

Ein weniger euphorisches Stimmungsbild im Industrie- und Dienstleistungssektor zeigt sich ebenso in den USA. 

Grafik 2: ISM Index Verarbeitendes und Dienstleistungsgewerbe

Insgesamt werden über alle Weltregionen hinweg nachgebende Konjunkturerwartungen ihre bremsende Wirkung auf die Rohstoffpreise nicht verfehlen und damit Inflationsängsten Einhalt gebieten.

Grafik 3: Sentix Konjunkturerwartungen für die nächsten 6 Monate und Rohstoffpreise 

Die Opec+ ist kein Brandbeschleuniger der Rohstoffinflation

Der aktuelle Streit innerhalb der Opec+ (Opec und ihre Verbündeten) über die zukünftige Förderpolitik sorgte für Preisspitzen bei Öl. Befürchtungen von 100 US-Dollar je Barrel machen bereits die Runde aus Angst, das Ölkartell könnte das derzeit hohe Angebotsdefizit nicht entspannen.

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