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- Amundi Smart Overnight Return ETF vs. Amundi EUR Overnight Return ETF Seite 2
- JPM US Research Enhanced Index Equity Act ETF vs. iShares Core MSCI World ETF Seite 3
- Fidelity Emerging Markets Eqty Research Enhanced ETF vs. iShares MSCI EM ETF Seite 4
- Pimco US Dollar Short Maturity ETF vs. iShares $ Ultrashort Bond ETF Seite 5
„Das Beste aus beiden Welten“ – so preist die Finanzbranche ihre aktiven ETFs an: (fast so) günstig wie passive ETFs und liebevoll gesteuert wie aktive Fondsstrategien. Da wird es einem doch ganz warm ums Herz!
Und tatsächlich: In Europa ist das verwaltete Vermögen in aktiven ETFs bis Oktober 2025 auf 100,7 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht zwar nur einem Marktanteil von knapp 4 Prozent am gesamten ETF-Vermögen, aber relativ zu ihrem Bestandsvermögen verzeichnen aktive ETFs mit rund 4 Prozent deutlich höhere Zuflüsse als passive Produkte mit 1,15 Prozent.
Aber was bringt das aktive Management letztlich für die Anleger?
Die allermeisten Fondsmanager können den Markt nicht schlagen – warum sollten sie es plötzlich mit aktiven ETFs schaffen? Die niedrigeren Kosten im Vergleich zu klassischen aktiven Fonds sind zwar ein Fortschritt, doch entscheidend ist am Ende die Outperformance nach Kosten.
Deshalb ist ein direkter Vergleich wichtig. Wir haben uns fünf der größten aktiven ETFs herausgesucht und sie mit ihren direkten passiven Pendants verglichen. Das Ergebnis zeigt: Die Realität ist komplexer, als das Marketing verspricht. Anschnallen, bitte!
1. J.P. Morgan US Research Enhanced Index Equity Act ETF vs. iShares Core S&P 500 ETF
Es ist das ultimative Duell im ETF-Universum: Der iShares Core S&P 500 ETF (ISIN: IE00B5BMR087) mit einem Volumen von rund 117 Milliarden Euro steht dem aktiven JPM US Research Enhanced Index Equity Act ETF (ISIN: IE00BF4G7076) mit knapp 11 Milliarden Euro gegenüber. Hier treffen die beiden schwersten Geschütze ihrer jeweiligen Kategorie aufeinander.
Über den entscheidenden Fünf-Jahres-Zeitraum zeigt sich: Das aktive Management hat knapp die Nase vorn. Der JPM-ETF erzielte 98,98 Prozent Rendite und schlägt damit den passiven Giganten mit 98,40 Prozent knapp um 0,58 Prozentpunkte.
Dabei ist der Kostenvorteil des passiven Ansatzes deutlich: Nur 0,07 Prozent TER stehen 0,25 Prozent gegenüber. Diese 18 Basispunkte Unterschied muss der aktive Fonds Jahr für Jahr durch Mehrperformance rechtfertigen.
Ungeachtet der Kosten lief es für den aktiven JPM-ETF in den vergangenen zwölf Monaten ganz und gar nicht nach Plan: Der passive iShares-ETF dominiert mit 2,37 Prozent Performance, während der aktive ETF nur 1,42 Prozent schafft. Ein Rückstand von fast einem Prozentpunkt – das Team von J.P. Morgan hat anscheinend bei seiner Gewichtung danebengegriffen.
Aktiver JPM-ETF setzt mehr auf Nvidia
Der aktive JPM-ETF setzt bewusst stärker auf die Tech-Gewinner. Nvidia wird mit 8,10 Prozent höher gewichtet als im passiven Index (7,74 Prozent). Auch Apple, Microsoft, Amazon, Meta und Broadcom gönnen sich die Fondsmanager von J.P. Morgan etwas mehr, bei Alphabet und Tesla sind sie hingegen leicht untergewichtet.
Das Resultat im laufenden Jahr spricht nicht für den aktiven Ansatz. Insgesamt ist es ein sehr enges Rennen der Giganten.
