6 Vermögensverwalter wägen ab Lohnen sich Mischfonds als Investment?
Andreas Görler, Pruschke & Kalm:
„Ein Investment in Mischfonds lohnt sich meiner Auffassung nach. Anleger erhalten mit den unterschiedlichen Asset-Klassen oft schon ein ordentlich strukturiertes Portfolio. Manche Mischfonds teilen die Assetklassen nach festen Quoten auf, oder es gibt Maximalquoten für einzelne Segmente wie beispielsweise Aktien. Andere verfolgen einen freieren, vermögensverwaltenden Ansatz und können Anlageklassen flexibel gewichten.
Erstgenannte können als defensivere Depotbausteine eingesetzt werden, sofern sie eine festgelegte Aktienquote von maximal 30 Prozent bis 50 Prozent haben. Die Schwankungsintensität ist dann nicht so hoch, trotzdem können sie an den langfristig vorhandenen Chancen der internationalen Aktienmärkte teilhaben. Bewährte Strategien, wie DJE-Zins & Dividende, Raiffeisen-Nachhaltigkeits-Mix, Siemens Diversified Growth und auch unsere hauseigene Strategie P&K-Balance, haben seit 2018 jährliche Wertsteigerungen von 4,80 Prozent bis 7,40 Prozent erzielt, fondsinterne Kosten schon berücksichtigt.
Bei vermögensverwaltenden Ansätzen wie beispielsweise Flossbach von Storch Multiple Opportunities, MFS Prudent Capital oder Acatis Gané Value Event liegen die Aktienquoten meist höher, bis zu theoretisch 100 Prozent. Hier lagen die Wertzuwächse nach Kosten seit 2018 bei 5,25 Prozent bis 9 Prozent pro Jahr.
Dem Investor werden die Anlageentscheidungen abgenommen, und das Problem des Timings entfällt. Außerdem werden weniger Anlageprodukte benötigt, was das Portfolio übersichtlich hält. In extremen Börsenphasen bewahrt ein erfahrenes Fondsmanagement den Investor davor, emotionale Entscheidungen zu treffen.
Insbesondere bei klassischen Strategien mit festen Aktien-Anleihen-Quoten ist allerdings die Zinsentwicklung der letzten Jahre nachteilig. Sehr defensive Fonds mit hohen Anleihenquoten, ehemals sehr beliebt, erreichen nicht mehr die Renditen der Vergangenheit. Anleger sollten sich statt langfristiger Charts daher verstärkt die Wertentwicklung der letzten Jahre ansehen.
Wer über ein gewisses Vermögen verfügt und Know-how, Zeit und Interesse mitbringt, kann sich das Depot natürlich auch aus einzelnen Aktien-, Renten-, Rohstoff- oder liquiditätsnahen Fonds sowie Einzeltiteln zusammenstellen. Nur sollte das Chance-Risikoprofil vernünftig bleiben – so dass nicht letztlich ein Depot aus Modethemen wie Kryptowährungen, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Impfstoffherstellern und Elektromobilität entsteht, das bei der nächsten Krise in sich zusammenfällt.“

