„Mischfonds lohnen sich meistens nicht“
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Frank Wieser ist Geschäftsführer bei PMP Vermögensmanagement aus Düsseldorf. Bildquelle: PMP Vermögensmanagement

Frank Wieser, PMP Vermögensmanagement:

„Der Deutsche ist ja eher ein Anlagemuffel. Da sind Mischfonds eine gute Alternative, weil sie mit wenig Aufwand eine ordentliche Rendite erwirtschaften. Bei einem guten Mischfonds müssen sich Anleger jahrelang nicht kümmern. Sie sollten nur hier da mal schauen, ob der Fonds noch ein Top-Ranking hat.

Leider gibt es Mischfonds wie Sand am Meer. Die Unterschiede in Herangehensweise, Kosten und Performance sind riesig. Eine erste Orientierungshilfe bieten Fonds-Rankings. Anleger sollten nicht nur auf die Rendite, sondern besonders auf die Kosten und die Schwankungsbreite achten. Ein Vergleich sämtlicher Kosten lohnt auf jeden Fall, denn man muss bei einem Mischfonds nicht nur den Ausgabeaufschlag, sondern auch die internen Kosten und die Depotgebühren berücksichtigen. Im schlechtesten Fall zahlt man ein bis zwei Jahre erst mal die Einstiegsgebühren ab, bevor man ins Plus kommt.

Die allermeisten Mischfonds sind deutlich teurer als eine Kombination aus ETFs und bringen auch noch eine schlechtere Performance. Häufig verantwortet nur ein Fondsmanager den Fonds, der sich sowohl bei Aktien als auch Anleihen auskennen muss und auch das richtige Verhältnis zwischen der Assetklassen wählen soll. Beim Fußball wäre er also Torwart, Verteidiger und Angreifer in einer Person. Solche Alleskönner gibt es nur vereinzelt. Manche Fondsgesellschaften hingegen lassen den Fonds von drei Portfoliomanagern verwalten. Expertenwissen zu kombinieren ist deutlich sinnvoller, sorgt aber auch für höhere Gebühren.

In den allermeisten Fällen lohnen sich Mischfonds nicht. Die Benchmark wird in den seltensten Fällen erreicht und die Kosten sind oft überproportional hoch. Wenn Anleger günstige Mischfonds suchen, dann lohnt ein Blick auf Nischenprodukte. Speziell für gemeinnützige Organisationen entwickelte Stiftungsfonds basieren auch auf einem gemischten Ansatz, haben aber deutlich niedrigere Gebühren – schließlich möchte man ja etwas Gutes tun. Zudem sind diese Produkte fast immer mit einem Nachhaltigkeitsfilter versehen.

Wer sich zutraut, hin und wieder selbst eine Reallokation vorzunehmen, für den ist ein Portfolio aus Aktien- und Renten-ETFs die bessere und günstigere Lösung. Über Themen-ETFs lässt sich auch mal ein spannendes Thema wie Digitalisierung dazu mischen. Am einfachsten baut man ein solches Depot aus drei ETFs: einem Aktien-ETF auf den weltweiten Index MSCI, einem ETF auf den europäischen Rentenmarkt und dazu einen ETF auf ein besonders spannendes Thema. Eine andere Alternative zum Mischfonds wären Robo-Advisors. Ab etwa 10.000 Euro bieten sie eine Vermögensverwaltung auf ETF-Basis zu vernünftigen Konditionen.“