Pandabär im Berliner Zoo: Investment-Strategien können nachhaltiges Wirtschaften fördern | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Lyxor-ETF-Chefin Heike Fürpaß-Peter

Wie Anleger die Bekämpfung des Klimawandels unterstützen können

Börsennotierte Unternehmen sind für 47 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. In Deutschland verursacht die Energiewirtschaft laut Bundesumweltamt dabei den größten Anteil an den Treibhausgasemissionen (2018: 34,4 Prozent), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe/Industrieprozessen (2018: 22,7 Prozent) und dem Straßenverkehr/übrigen Verkehr (2018: 19 Prozent).

Um die Klimaziele der Europäischen Union zu erreichen – Klimaneutralität bis 2050, 40 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030 gegenüber 1990 –, müssen sich die Industrien massiv wandeln. Das erfordert hohe Investitionen unter anderem in die Infrastruktur, in den Produktwandel oder in die Entwicklung technologischer Innovationen.

Laut dem zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPPC) werden hierfür weltweit bis 2035 jedes Jahr 2,4 Billionen Dollar benötigt, um wie avisiert die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Die EU baut dabei auf das Kapital von Anlegern und Investoren. Wenn diese ihre Anlagen gezielt einsetzen und gegebenenfalls umschichten, können damit Anreize für Unternehmen geschaffen werden, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Der Einfluss der Anleger auf die Bekämpfung des Klimawandels ist damit immens!

So haben sich große institutionelle Investoren schon frühzeitig aus den Unternehmen zurückgezogen, die nicht an ihrer Klimaneutralität arbeiten – durchaus nicht uneigennützig. Denn diese Unternehmen bergen auf Dauer große Risiken, da sie politische wie auch gesellschaftliche Restriktionen befürchten müssen.

Aber auch kleinere Investoren und Privatanleger ziehen mittlerweile nach und investieren zunehmend in nachhaltige Finanzprodukte. 2018 erreichten nachhaltige Geldanlagen (Publikumsfonds und Mandate) in Deutschland einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Tendenz stetig steigend. Dabei ist Nachhaltigkeit längst auch eine Domäne passiver Investments.

Als wachstumsstärkstes Marktsegment spielen ETFs eine immer wichtigere Rolle bei der Verteilung des Anlegerkapitals auf ethisch und ökologisch korrekte Vermögenswerte: 2019 erzielte der europäische ESG-ETF-Markt ein Rekord-Neuinvestitionsvolumen von 16,5 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich das verwaltete Gesamtvermögen auf 30,5 Milliarden Euro.

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