Simon Klein, Leiter des europäischen ETF-Geschäfts<br/>bei Lyxor

Simon Klein, Leiter des europäischen ETF-Geschäfts
bei Lyxor

Lyxor legt Qualitätsstandards für ETF vor

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So verpflichtet sich Lyxor dazu, das Kontrahentenrisiko täglich auf null zu reduzieren – und damit unter der Ucits-Anforderung von maximal zehn Prozent. Das Kontrahentenrisiko ist ein Thema für Lyxor und andere ETF-Anbieter wie DB X-Trackers (Deutsche Bank), weil sie Swaps einsetzen.

Andere ETF-Anbieter wie der europäische Marktführer Blackrock setzen auf Full Replication, also der ausschließliche Kauf von Wertpapieren, um den Index abzubilden. Hier entfällt das Risiko.

Laut Charta wird das Kontrahentenrisiko der Lyxor-Produkte sowie eine Liste der direkt gehaltenen Wertpapiere täglich auf der Webseite abrufbar sein. Tägliche Liquidität für große Käufe und Rücknahmen durch autorisierte Marktteilnehmer werde es auch geben, hieß es weiter.

Lyxor verspricht außerdem, keine Wertpapierleihen zu machen und den sogenannten Tracking Error stets auf unter ein Prozent zu begrenzen. Der Tracking Error zeigt die Abweichung des ETF von der Performance einer Benchmark. Im Idealfall soll er null betragen.

„Wir haben uns für diesen Alleingang entschieden, weil wir der Meinung sind, dass wir eine höhere Produktqualität erreichen können als eine die im Konsens mit anderen ETF-Anbietern erreicht würde“, sagte Simon Klein, Leiter des europäischen ETF-Geschäfts bei Lyxor, bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

In Europa haben bisher institutionelle Kunden wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen ETFs gekauft. Auf die Frage, inwieweit Privatanleger eine Rolle spielen, sagte Klein: „Früher machten institutionelle Kunden etwa 90 Prozent des Volumens aus. Mittlerweile ist die Zahl auf 80 bis 85 Prozent gesunken. Dies hat auch damit zu tun, dass Privatanleger den Indexfonds als eine transparente und kostengünstige Alternative zu anderen unregulierten Produkten wie Zertifikate entdecken“, so Klein weiter.

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