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EZB-Chefin Christine Lagarde: Die Europäische Zentralbank darf nun sogar griechische Staatsanleihen als Sicherheit akzeptieren. | © imago images / PanoramiC Foto: imago images / PanoramiC

Macro-Kommentar BlueBay

„In der Eurozone ist ein Kompromiss zu erwarten“

Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management

„In Norwegen, Dänemark und Österreich werden Pläne zur Lockerung der Restriktionen angekündigt, in China kehrt das Leben zur Normalität zurück. In Japan, Indien und Indonesien sowie in den südlichen Bundesstaaten der USA steigen die Infektionszahlen jedoch an. Ein Wendepunkt in der Pandemie dürfte noch nicht erreicht sein. Dennoch gibt es Grund zur Annahme, dass viele Märkte ihre Tiefstände überwunden haben – solange die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Wochen weiterhin das Richtige tun.

Besorgniserregend ist, dass die Eurozone auf große Schwierigkeiten stößt, eine gemeinsame Linie bei der Bekämpfung der Corona-Folgen zu finden. Es geht den nordeuropäischen Mitgliedsstaaten gegen den Strich, ein gemeinsames Unterstützungspaket zu unterschreiben, das Corona-Bonds den Weg ebnet, ohne dass in den hoch verschuldeten Südländern Reformen angegangen werden. Im Mittelpunkt steht ein nach wie vor bestehendes Misstrauen in Bezug auf die wahrgenommene fiskalische Disziplinlosigkeit in Italien. Dennoch: Ein Versäumnis großzügiger Solidarität birgt die Gefahr, dass die Kreditkosten in der Eurozone-Peripherie steigen, die finanziellen Bedingungen verschärft und das wirtschaftliche Umfeld noch schwieriger wird. Außerdem besteht die Gefahr einer Entfremdung der Wähler in einer Reihe von Ländern sowie einer längerfristigen Spaltung und einer Rückkehr zum Euroskeptizismus, was die Zukunft der Gemeinschaftswährung gefährden könnte. Glücklicherweise scheint es so, als ob diese Lektionen in der Eurokrise 2012 gelernt wurden. In der Eurozone ist daher ein Kompromiss zu erwarten.

Inwieweit Brüssel beweglicher wird, zeigt ein Teilaspekt des Corona-Hilfsprogramms für die Eurozone: Die Vorschriften für Sicherheiten, die Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gegenzug für Kredite hinterlegen müssen, werden deutlich gelockert: Zukünftig können auch griechische Staatsanleihen bei der EZB als Sicherheiten für Kreditgeschäfte hinterlegt werden – sogar wenn sie von Ratingagenturen eine schlechtere Bonität als „Investment Grade“ erhalten und damit als Ramschanleihen gelten. Griechische Banken, die viele solcher Papiere in ihren Büchern haben, sollen damit leichter an EZB-Kredite kommen.

In der eigenen Strategie gewichtet BlueBay AM Staatsanleihen in der europäischen Peripherie daher über, wobei Griechenland die größte Übergewichtung zukommt.

Hier lesen Sie den ausführlichen Kommentar von BlueBay AM.

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