Magna Russia Fund A

Russland wählt am 2. Dezember ein neues Parlament. Nicht zuletzt aufgrund einer neuen Klausel, den Parteien erst ab einem 7-prozentigen Stimmenanteil Einzug in die Duma gewähren zu lassen, ist der Sieg der Putin-treuen Partei Einiges Russland schon jetzt ausgemacht.

Die Methoden des Wahlkampfes, die mit der westlichen Idee von Demokratie kaum zu vereinbaren sind, tun dem Aufschwung der russischen Wirtschaft keinen Abbruch. Seit Putins Machtübernahme im Jahr 2000 stieg der Leitindex RTS um 880 Prozent von 227 auf 2.228 Punkte. Pro Jahr wuchs die Wirtschaft durchschnittlich um 6 Prozent. Ursachen dieser positiven Entwicklung sind vor allem der hohe Öl- und Gaspreis: Rund ein Viertel des Bruttoinlandprodukts stammt aus diesem Sektor. Experten erwarten für 2008 ein Wirtschaftswachstum zwischen 5 und 6 Prozent.

Ein Fonds, der vom Wachstum der russischen Wirtschaft profitiert, ist der Magna Russia Fund (WKN: 257 586) von Charlemagne Capital. Er investiert vor allem in russische Unternehmen des Finanz-, Energie- und Rohstoffsektors.

Die Londoner Fondsgesellschaft hat den Fonds am 31. März 2003 aufgelegt. Vergleichsindex ist der MSCI Russia Net Total Return 10/40. Das vierköpfige Manager-Team um Stefan Böttcher, Leiter des Portfolio Management bei Charlemagne Capital, verwaltet den Fonds nach dem Vier-Augen-Prinzip. Zwei Mitarbeiter prüfen jeden einzelnen Wert unabhängig voneinander nach Kriterien wie die Qualität des Managements, Marktposition, Cash-Flow und Marktwert.

Hauptverantwortlich für den Fonds ist Portfolio-Manager Andrew Wiles. Er ist bereits seit 1995 bei Charlemagne Capital und für den Bereich Russland und Schwellenländer Europa zuständig. Davor war er bei dem britischen Schwellenländer-Hedge-Fonds Buchanan Partners tätig.

„Trotz der anhaltenden Ungewissheit über die Entwicklung der US-Konjunktur und der internationalen Kreditmärkte setzte der russische Aktienmarkt die von Liquiditätszuflüssen getriebene Rally fort. Die russische Konjunktur ist bei robuster Gesundheit, die Politik kein Thema und die steigenden Energiepreise wirken sich weiterhin äußerst positiv aus“, sagt Wiles.

Er erhöhte deshalb im Oktober die Investitionen im Roh- und Grundstoffsektor durch Zukäufe von Uralkali, einem Produzenten von Düngemitteln, und Aricom, einem Förderer von Eisenerz. „Aricom ist wahrscheinlich der aufregendste kleinere Rohstoffwert in Russland“, so Wiles. Auch beim Stahlsektor nahm er einige Veränderungen im Portfolio vor. Er kaufte den Stahlproduzenten MMK hinzu, trennte sich im Gegenzug von der Beteiligung an Evraz und reduzierte den Anteil an Mechel.

Der Fonds investiert  jeweils rund 30 Prozent in den Energie- und Rohstoffsektor. Rund 17 Prozent stecken im Finanzbereich. Der restliche Anteil ist unter anderem auf die Bereiche Telekommunikation, Versorger, Technologie und Gesundheit verteilt. Die drei größten Titel im Portfolio sind Gazprom, Lukoil und Norilsk Nickel.

Das Fondsvermögen beträgt rund 37 Millionen Euro. In den vergangenen drei Jahren stieg die Wertentwicklung um rund 142 Prozent. Im Vergleich mit anderen Russland-Fonds durch die Rating-Agentur Morningstar liegt er auf dem vorletzten Platz. Auf kurzfristige Sicht konnte er seinen Platz jedoch deutlich verbessern. Im laufenden Jahr erzielte der Magna Russia Fund einen Wertzuwachs von 15,3 Prozent und belegt damit Platz 7 von 16 Russland-Fonds. 

Die offizielle Mindestanlage für den Magna Russia Fund beträgt 5.000 Euro. Der Ausgabeaufschlag liegt bei 5 Prozent, die Verwaltungsgebühr bei 1,75 Prozent jährlich. Ab einer Wertentwicklung von mehr als 10 Prozent wird eine Erfolgsgebühr von 20 Prozent erhoben.

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