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Techunternehmen Gestern Marktführer, heute unter Druck: Aus den Mag 7 wurden die Fab Four

Gestern noch 7, heute nur noch zu viert: Die technologiegetriebenen Fab Four bleiben die Stars der Börse
Gestern noch 7, heute nur noch zu viert: Die technologiegetriebenen Fab Four bleiben die Stars der Börse | Foto: Adobe Firefly

Im Jahr 2023 dominierten die sogenannten „Magnificent Seven“ – Apple, Tesla, Alphabet, Nvidia, Meta Platforms, Microsoft und Amazon – die Entwicklung des S&P 500. Ihre herausragende Performance war maßgeblich für die starken Kursgewinne des Index verantwortlich. Dementsprechend begehrt waren ihre Aktien bei Anlegern.

Doch im ersten Quartal 2024 schien sich das Blatt zu wenden: Einige der Tech-Giganten geraten ins Straucheln, während andere weiterhin auf der Erfolgswelle reiten. Manch einer in der Branche spricht bereits von den Fab Four, eine Anspielung an die Beatles.

Apple und Tesla: Die gefallenen Sterne

Apple und Tesla, zwei der Schwergewichte innerhalb der Magnificent Seven, mussten im ersten Quartal 2024 herbe Verluste hinnehmen. Die Apple-Aktie fiel um 9 Prozent, während Tesla sogar mehr als 30 Prozent an Wert verlor. Gründe für die Talfahrt dieser einstigen Börsenlieblinge sind vielfältig:

Apple:

  • Kartellrechtliche Vorwürfe und Klagen durch die US-Justiz und europäische Behörden
  • Gesunkene iPhone-Nachfrage
  • Sorge einiger Anleger, dass Apple im aktuellen KI-Boom ins Hintertreffen geraten könnte

Tesla: 

  • Zunehmender Druck durch chinesische Wettbewerber, die ihre globale Präsenz rasant ausbauen
  • Warnungen vor deutlich langsamerem Wachstum im Jahr 2024
  • Sinkende Gewinnmargen aufgrund von Preissenkungen und steigenden Kosten

Alphabet: Der Suchmaschinenriese schwächelt

Neben Apple und Tesla gehört auch Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, zu den Magnificent Seven, die im ersten Quartal 2024 lange Zeit eine eher enttäuschende Performance zeigten. Zwar konnte die Alphabet-Aktie in den letzten drei Wochen des Quartals zulegen und steht mittlerweile wieder hoch im Kurs, doch für einen Großteil des Zeitraums entwickelte sich der Kurs eher seitwärts.

Obwohl Alphabet nach wie vor eine dominante Stellung im Suchmaschinenmarkt innehat und über enorme finanzielle Ressourcen verfügt, scheint das Unternehmen einigen Analysten zufolge Schwierigkeiten zu haben, mit dem rasanten Tempo der Innovationen im KI-Bereich Schritt zu halten.

Investoren beobachten genau, ob Alphabet in der Lage sein wird, seine Marktposition langfristig zu verteidigen und neue Wachstumsquellen zu erschließen. Trotz der jüngsten Kursgewinne  ist für viele Investoren Alphabet vorerst kein Teil der Fab Four.

Die Fab Four: Neue Hoffnungsträger am Horizont

Während Apple, Tesla und Alphabet schwächeln, haben sich vier andere Unternehmen aus den Magnificent Seven als neue Zugpferde herauskristallisiert: Nvidia, Meta Platforms, Microsoft und Amazon. Anleger und Marktbeobachter sprechen bereits von den „Fab Four“, die den Markt weiter antreiben und so für Optimismus sorgen.

Nvidia: Der Überflieger im KI-Boom

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Nvidia profitiert enorm vom aktuellen Hype um künstliche Intelligenz (KI). Der Grafikkarten-Hersteller verzeichnet eine astronomische Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen. Die Aktie schoss im ersten Quartal um mehr als 80 Prozent in die Höhe - nach einer Verdreifachung im Jahr 2023. Nvidia hat Tesla als beliebteste Aktie unter Privatanlegern abgelöst und sein Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von 62 im Mai 2023 auf aktuell 35 gesunken, was die Aktie für viele Anleger attraktiver macht.

Auch Meta Platforms und Microsoft setzen verstärkt auf KI und ernten die Früchte ihrer Investitionen:

Meta:

  • Verbesserung der zielgerichteten Werbung durch den Einsatz von KI
  • Ankündigung der ersten Dividendenzahlung an Aktionäre
  • Starker Kursanstieg seit Jahresbeginn

Microsoft:

  • Ablösung von Apple als wertvollstes US-Unternehmen
  • Erreichen einer Marktkapitalisierung von über 3 Billionen US-Dollar
  • Erfolgreiche Integration von KI in verschiedene Produktbereiche

Amazon: Steigende Profitabilität beeindruckt Börse

Amazon konnte seine Profitabilität deutlich steigern und sichert sich damit ebenfalls einen Platz bei den Fab Four. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sank von 62 im Jahr 2023 auf aktuell 40.

Die beeindruckende Performance von Amazon, Nvidia, Meta und Microsoft zeigt, dass diese Unternehmen in der Lage sind, auch in einem herausfordernden Marktumfeld zu glänzen.

Ausblick: Kommt die Rotation?

Obwohl die Fab Four aktuell für fast die Hälfte des Kursanstiegs im S&P 500 verantwortlich sind, erwarten einige Experten eine Rotation in andere Sektoren. Sie argumentieren, dass die Gewinne der restlichen 493 Unternehmen im Index die der Magnificent Seven bis zum vierten Quartal übertreffen könnten. Dies könnte dazu führen, dass Anleger vermehrt in Aktien außerhalb des Technologiesektors investieren, um von der breiteren Markterholung zu profitieren.

Dennoch bleiben die Fab Four vorerst die Stützen des Marktes. Ihre Innovationskraft, allen voran mit Blick auf den branchenübergreifenden Trend der künstlichen Intelligenz, ihre dominante Marktposition und ihre enormen finanziellen Ressourcen dürften ihnen auch in Zukunft eine führende Rolle sichern. Anleger sollten jedoch die Entwicklungen in anderen Sektoren im Auge behalten, um mögliche Chancen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Fab Four zeigt Verschiebung der Kräfteverhältnisse

Der Wandel von den Magnificent Seven zu den Fab Four zeigt die Dynamik an den Märkten. Während einige Tech-Riesen nach einem glanzvollen Jahr mit Herausforderungen kämpfen, profitieren andere von zukunftsträchtigen Trends wie der künstlichen Intelligenz. 

Eine sorgfältige Analyse der Stärken, Schwächen und Zukunftsperspektiven der einzelnen Unternehmen bleibt unerlässlich, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Gleichzeitig gilt es, den Blick über die Magnificent Seven hinaus zu richten und vielversprechende Investitionsmöglichkeiten in anderen Sektoren und Regionen zu identifizieren.

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