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Maklerpool-Experte im Interview „Deutschlandrente würde Bank- und Provisionsberater treffen“

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Kritiker der Deutschlandrente befürchten unter anderem, dass ein derart schwerer, zentral verwalteter Fonds, Marktverzerrungen bewirken könnte. Wie sehen Sie das?

Fischer: Diese Aussage gilt nur dann, wenn das Fondsvolumen aktiv gemanagt werden würde. Das ist jedoch nach dem derzeitigen Stand des ersten Konzepts zu bezweifeln.

Mit der Deutschlandrente würde der Staat die Altersvorsorge weitgehend in die eigene Hand nehmen und so Finanzberatern eine wichtige Einnahmequelle entziehen. Sehen Sie das Geschäft der Finanzberater dadurch bedroht? 

Fischer: Es bleibt auch hier abzuwarten, wie die Umsetzung der verpflichtenden Einzahlung in der Praxis aussehen kann und welche Größendimension die Deutschland-Rente letztendlich annehmen wird. Auch die dann vorherrschende Zinssituation mit möglichen renditestärkeren Anlageoptionen spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Wenn die Privatwirtschaft bei der Vermittlung außen vor bliebe, würde das insbesondere den Bank- und Provisionsberater treffen.  

Der deutsche Versichererverband GDV will mit einem 7-Punkte-Plan die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) erhöhen. Wie bewerten Sie das bewährte bAV-Modell zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer im Vergleich zur vorgeschlagenen Deutschlandrente? 

Fischer: Die betriebliche Altersvorsorge ist eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente, die seit vielen Jahren sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern durch die Generierung von Vorteilen auf beiden Seiten einen großen Zuspruch erreicht hat, wenngleich sie sich noch nicht vollkommen durchsetzen konnte.

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