Maklerpools am Scheideweg Wohin entwickelt sich der deutsche Poolmarkt?

Karsten Allesch, Gesellschafter und Geschäftsführer beim Deutschen Maklerverbund  | © DEMV Deutscher Maklerverbund

Karsten Allesch, Gesellschafter und Geschäftsführer beim Deutschen Maklerverbund Foto: DEMV Deutscher Maklerverbund

Im Maklermarkt gewinnen Plattformen immer mehr an Bedeutung. Je nach rechtlicher Ausgestaltung firmieren diese als Maklerpool, Maklerverbund, Genossenschaft, Servicedienstleister oder unter weiteren Bezeichnungen. Der besseren Lesbarkeit halber wird im Folgenden ausschließlich der Begriff Plattform verwendet.

Statistiken, Umfragen und Gespräche, die ich mit Versicherern führe, bestätigen, dass unabhängige Vermittler sich immer stärker Plattformen zuwenden. Maßgeblich für diese Entwicklung sind die gestiegenen administrativen, technischen und rechtlichen Anforderungen an Vermittler, die selbst mittelständische Maklerhäuser an die Grenze der Belastbarkeit bringen.

Im Zuge dessen professionalisiert sich der Poolmarkt und durchlebt einen rasanten Wandel. Allein in der kürzeren Vergangenheit konnten Sie Schlagzeilen zu folgenden Themen finden:

  • Fonds Finanz plant einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge, das erst 2017 selber aufgekaufte Unternehmen Softfair häppchenweise an Versicherungsgesellschaften zu verkaufen. Der avisierte Verkaufspreis soll zwischen 40 und 50 Millionen Euro liegen.
  • Die zur Hypoport-Gruppe gehörende Start-up Smart InsurTech übernimmt reihenweise Mitbewerber wie die Softwarefirmen Innosystems, Meta Solutions, Teile der Voltz-Gruppe, Tarifair und weitere Unternehmen. Zusätzlich kauft die Gruppe die Maklerpools Innofinance und ASC.
  • Das junge Unternehmen Wefox sammelt mehr als 100 Millionen Euro ein, plant den Aufbau einer weltweiten Vertriebsplattform und plant, einen bedeutenden Maklerpool zu schlucken.
  • Die Canada Life-Mutter Great-West Group erwirbt 28 Prozent der Anteile am Maklerpool JDC.
  • An BCA beteiligen sich mit der Deutschen Familienversicherung und der Haron Holding zwei weitere strategische Investoren.

So unterschiedlich die Unternehmen auch sein mögen, so haben diese doch im Wesentlichen alle eines gemeinsam: Die Zielgruppe.