Mathilde Lemoine, Group Chief Economist der Edmond de Rothschild Gruppe: „In der Eurozone ist das Kapitel ‚Große Rezession' endlich abgeschlossen.“

Mathilde Lemoine, Group Chief Economist der Edmond de Rothschild Gruppe: „In der Eurozone ist das Kapitel ‚Große Rezession' endlich abgeschlossen.“

Makroökonomische Studie

Ausblick 2016: Stabilisierung des weltweiten Wirtschaftswachstums auf schwachem Niveau erwartet

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Die neue Ausgabe von „Macroeconomic Forecasts“ aus der Research-Abteilung der Edmond de Rothschild Gruppe geht von einer Stabilisierung des weltweiten Wirtschaftswachstums auf enttäuschendem Niveau aus. Dies belegen auch die derzeit niedrigen Zinsen. Noch haben die Zentralbanken nicht alle Trümpfe ausgespielt. Wohin die Negativzinspolitik aber schließlich führen wird, ist angesichts der fehlenden Präzedenzfälle ungewiss, so Group Chief Economist Mathilde Lemoine.

„Solange die Regierungen darauf verzichten, eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik zu betreiben, bleibt den Zentralbanken nichts anders übrig, als das Wachstum durch Aufnahme immer weiterer Mittel zu finanzieren“, so Lemoine in ihrer Einführung.

Für die einzelnen Regionen erwarten die Experten um Mathilde Lemoine folgende Entwicklung in den nächsten zwei Jahren:
  • In Deutschland dürfte das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr leicht über dem Niveau von 1,5 Prozent bleiben. Niedrige Zinsen werden Investitionen in Immobilien beflügeln, während der robuste Arbeitsmarkt weiterhin den privaten Konsum fördern wird. Der Export wurde von der schwachen Nachfrage aus den Schwellenländern negativ beeinflusst. Zugleich sehen wir einen Aufwärtstrend beim heimischen Markt in der Eurozone. Die allmähliche Ankunft von Migranten auf dem Arbeitsmarkt dürfte außerdem die Arbeitslosenrate leicht verbessern. Im März 2016 lag sie auf einem historisch niedrigen Niveau von 4,2 Prozent. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Staatsausgaben voraussichtlich mehr und mehr ausweiten, wie sie zuletzt beim Gipfel der Europäischen Union versprach. Die zusätzlichen Ausgaben seien insbesondere für Infrastrukturprojekte und die Integration von Flüchtlingen notwendig. Langfristig müsste Deutschland allerdings wettbewerbsfähiger werden.
  • In den Vereinigten Staaten wirken sich die Investitionen in Anlagevermögen und der Außenhandel nach wie vor negativ auf die Wachstumslage aus, während der dynamische Konsum und die Zunahme der Staatsausgaben einen positiven Einfluss ausüben.
  • In Japan dagegen dürfte der verhaltene Konsum das Wirtschaftswachstum nach wie vor belasten und die Bank of Japan zu weiteren Lockerungen ihrer Geldpolitik zwingen.
  • In der Eurozone ist das Kapitel „Große Rezession“ endlich abgeschlossen. Die Staatsausgaben und die Erholung der Immobilienmärkte dürften sich positiv auf die Wirtschaftstätigkeit auswirken. Die erneut anziehenden Rohstoffpreise könnten sich hingegen in Zukunft als Belastung für den Konsum der privaten Haushalte erweisen, wie auch die inzwischen langsamer wachsende Beschäftigung.
  • Die Volkswirtschaften der Schwellenländer dürften vorerst weiter unter dem Produktivitätsrückgang und den Überkapazitäten im verarbeitenden Gewerbe zu leiden haben. Strukturelle Reformen sind wahrscheinlich unvermeidbar, um diese Regionen auf den Wachstumspfad zurückzuführen.
„Macroeconomic Forecasts” heißt die neue Plattform des Economic Research Teams der Edmond de Rothschild Gruppe. Die halbjährliche Publikation ist Ausdruck eines ambitionierten Engagements für ein unabhängiges und international renommiertes Wirtschafts-Research. Sie richtet sich an die Kunden der Gruppe und steht unter www.edmond-de-rothschild.com zur Verfügung. „Macroeconomic Forecasts“ befasst sich mit den größten Volkswirtschaften der Welt und liefert Szenarien mit einem Zeithorizont von zwei Jahren.

Grundlage dafür bilden die Analysen und Prognosen der Abteilung Economic Research und ihrer im Januar 2016 ernannten Leiterin Mathilde Lemoine, Group Chief Economist. Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin hat sich auf internationale Fragen, Geldpolitik, Arbeitsmärkte und Wirtschaftswachstum spezialisiert. Bei der Edmond de Rothschild Gruppe ist Mathilde Lemoine für die möglichst akkurate Prognose der makroökonomischen Entwicklungen und die Umsetzung dieser „Thought Leadership“ in marktfähige Strategien in einem derzeit äußerst volatilen Umfeld zuständig.

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