“Man muss Banken die Insolvenz erlauben“

Frank Schäffler plädiert im „Handelsblatt“ für eine Rückkehr zum freien Markt. Dabei macht der FDP-Bundestagsabgeordnete auch vor Notenbanken nicht halt: „Während Monopole in allen anderen wirtschaftlichen Bereichen für schlecht gehalten werden, soll dies für unser Geld angeblich nicht gelten.“ Das staatliche Geldsystem möchte er durch private Emissionsbanken ersetzen, die eigenes Geld anbieten. Der Markt würde dann regeln, welches das beste Geld sei – und der Euro könne im Wettbewerb zeigen, was er drauf hat.

Als einen der Hauptgründe für die Euro-Krise sieht Schäffler den Bruch der Nichtbeistandsklausel 2010. Seitdem würde die Europäische Union Staatsinsolvenzen verhindern, aber im Umkehrschluss zu ökonomischen Fehlern anreizen. Aus diesem Grund spricht er sich für eine Wiedereinführung der entsprechenden Klausel aus. Gleichtzeitig müsste Brüssel Regeln für den Austritt oder Ausschluss aus der Union aufstellen.

Doch nicht nur die schützende Hand über Staaten hält Schäffler für gefährlich. Er ist der Meinung, dass Banken ruhig bankrottgehen sollen, wenn sie falsch wirtschaften. „Statt Politik aus Angst zu machen, muss man den Banken die Insolvenz erlauben. Selbst eine Vielzahl von Bankinsolvenzen ist möglich, ohne dass dies zu einem Zusammenbruch im Zahlungsverkehr führt.“

Mehr zum Thema
Fauler Rekord: Kreditausfälle verdoppeln sich auf 1,05 Billionen Euro Der Euro steht vor dem Abgrund – na und? Unhappy Birthday, Krise!